Beim Niedergang der Maxhütte in Sulzbach Rosenberg hat Max Aicher eine unrühmliche Rolle gespielt. Nach dem Aus für die Maxhütte, sind die Lech-Stahlwerke in Meitingen (Landkreis Augsburg) das einzige Stahlwerk in Bayern. Hauptgesellschafter ist eben jener Max Aicher und der will jetzt, dass die Beschäftigten künftig 48 Stunden pro Woche arbeiten.
Die Lech-Stahlwerke GmbH erzeugt nach eignen Angaben jährlich weit über1 Million Tonnen Stahl. Zu den Kunden gehören neben der Bauindustrie vor allem die europäische Automobil- und deren Zuliefererindustrie. "Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Stahl aus den Lech-Stahlwerken hält, was er verspricht", heißt es auf der firmeneigenen Homepage.
Und eben diese Mitarbeiter sollen jetzt - wenn es nach Herrn Aicher geht - entweder 48 Stunden pro Woche arbeiten oder das Entgelt werde entsprechend gekürzt.
2006 gelang es der IG Metall mit LWS einen Haustarifvertrag abzuschließen, der den Manteltarifvertrag der bayerischen Metall- und Elektroindustrie und die Entgelttabelle der Stahlwerke in NRW anerkennt. Allerdings sieht dieser Haustarifvertrag bereits jetzt Abweichungen vom Flächentarifvertrag vor. So arbeitet die Mehrheit der rund 730 Beschäftigten zurzeit in einer 39,5-Stunden-Woche. Aber das genügt Herrn Aicher nicht, jetzt sollen es gleich 48 Stunden sein.
Bei einer Betriebsversammlung auf dem Werksgelände hat Aicher zwei Alternativen in Aussicht gestellt: eine 48-Stunden-Woche oder eine Kürzung der Löhne. Für beide Vorschläge gab es ein gellendes Pfeifkonzert und Buh-Rufe.
Nach den Ankündigungen von Max Aicher rechnet die IG Metall damit, dass die LWS den geltenden Haustarifvertrag noch im September kündigen wird. Nimmt Herr Aicher bis dahin nicht doch noch Vernunft an, wird es wohl zu Arbeitskampfmaßnahmen und Streik kommen.



