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15.07.2009
Zusammenschluss von MAN Diesel SE und MAN Turbo

MAN Diesel SE und MAN Turbo AG sollen zu einem Unternehmen innerhalb der MAN SE fusionieren. Die Arbeitnehmervertreter beider Unternehmen sehen die Chancen dieses Konzepts, allerdings fordern sie eine umfassende Berücksichtigung der Arbeitnehmerinteressen in den anstehenden Fusionsgesprächen ein.

Dieser geplante Zusammenschluss der beiden Unternehmen eröffnet neue Perspektiven. Durch die Verknüpfung des Wissens und des Know-Hows von den Beschäftigten beider Teilkonzerne könnten bestehende Geschäftsfelder stabilisiert und weitere neue Bereiche gemeinsam aufgebaut werden. Neue Produkte könnten durch die beiderseits vorhandenen Kompetenzen entwickelt und vermarktet werden. Unter dem Dach der MAN SE würde neben dem Bereich Nutzfahrzeuge ein zweiter großer Bereich entstehen.

Bei dem geplanten Zusammenschluss stehen die Bedürfnisse und Gewohnheiten für die Arbeitnehmervertreter im Mittelpunkt. Mit der MAN Turbo AG und der MAN Diesel SE sollen zwei Traditionsbetriebe mit einer jeweils eigenen langen Historie zusammengeführt werden. Dies kann nur gelingen, wenn die beiden Unternehmenskulturen respektiert und behutsam aufeinander zugeführt werden, so Jürgen Kerner, 1. Bevollmächtigter IG Metall Augsburg und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der MAN Diesel SE.

Schutz der Arbeitnehmerinteressen steht an erster Stelle

Die Reduzierung von Fusionen allein auf Zahlen und Abläufe hat in der Vergangenheit schon oft gezeigt, dass Unternehmen nach der Fusion nicht gestärkt sondern geschwächt wurden. Entscheidend so Kerner sei es, die Menschen in beiden Teilkonzernen zu gewinnen und mit ihnen gemeinsam ein neues Unternehmen zu schaffen. Dabei dürfe es keine Gewinner oder Verlierer geben. Aus diesem Grund steht für die Arbeitnehmer an erster Stelle bei den Fusionsgesprächen der Schutz der Arbeitnehmerinteressen. So müssen Kündigungen aufgrund des Zusammenschlusses ausgeschlossen und der Erhalt aller Standorte mit ihren Produkten und Technologien vereinbart werden. Für selbstbewusste Belegschaften, wie bei MAN Diesel SE und MAN Turbo AG ist es auch selbstverständlich, dass im Rahmen eines Fusionsprozesses die Sicherung der Arbeitsbedingungen zugesagt wird.

Die Arbeitnehmervertretungen in den Aufsichtsräten und Betriebsräten sehen aber auch die Chance des neuen gemeinsamen Unternehmens und fordern die Vorstände auf, mit ihnen die Weiterentwicklung der bestehen- den Geschäftsfelder und mögliche neue Produkte zu diskutieren.

Durch den Zusammenschluss müssen auch die Mitbestimmungsstrukturen angepasst werden, da z.B. die MAN Diesel SE bereits eine Europäische Aktiengesellschaft ist, und auch in einem neuen Unternehmen die Beteiligung und Integration der ausländischen Standorten mit ihren Arbeitnehmern sichergestellt sein muss Die Gespräche und Verhandlungen mit den Vorständen sollen nach der Sommerpause beginnen. Ich gehe von raschen und einvernehmlichen Verhandlungen aus, so Jürgen Kerner, da die Vorstände beider Unternehmen wissen, dass ein Zusammenschluss nur mit den Belegschaften und nicht gegen die Belegschaften möglich sei.

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