Seit dem Ausbruch der Finanzkrise häufen sich Horrormeldungen von Milliardenverlusten deutscher Banken. Um das marode Bankensystem zu stabilisieren, plant der Bundesfinanzminister, den angeschlagenen Banken unter die Arme zu greifen. Mögliche Belastungen für die Steuerzahler: stolze 200 Mrd. Euro. Die Verursacher müssen in die Pflicht genommen werden.
Der „klartext“ des DGB-Bundesvorstandes stellt die Frage, warum der Steuerzahler für eine Finanzkrise zahlen soll, die andere verursacht haben? Vor allem, wenn man sich die Gewinne der Banken betrachtet, die sie mit Kredit- und Wertpapiergeschäften im Ausland gemacht haben.
Dass Banken mit Spekulationen und immer komplexeren Geschäften im Ausland Geld verdienen, ist bereits seit Jahren die Regel. Sie gehen dabei unüberschaubare Risiken ein, können damit aber gleichzeitig hohe Gewinne erzielen. Dies ist der Nährboden für überzogene Renditevorstellungen. Die Erträge aus Wertpapier- und Zinseneinnahmen aus Kreditgeschäften im Ausland betrugen allein in den letzten 10 Jahren insgesamt 1.093 Mrd. Euro. Der größte Teil davon wanderte in die Tresore der Finanzinstitute. Solange die Banken schwarze Zahlen schrieben, konnten sich die Finanzjongleure aus Frankfurt am Main satte Bonuszahlungen einstecken. Wenn sie sich verspekulierten, gab es einen „Goldenen Handschlag“. Nun aber fließen die Erträge aus Kredit- und Wertpapiergeschäften im Ausland nicht mehr. Es gibt aber noch Vater Staat, der bereitwillig das rettende Steuergeld reicht.
Es war nur eine Frage der Zeit bis die Spekulationsblase platzen musste. Ein solches Missmanagement gefährdet die Banken, ihre Mitarbeiter und nicht zuletzt ihre Kunden: Reiche Vermögensbesitzer und Bankmanager haben sich in der Vergangenheit eine goldene Nase im weltweiten Casino verdient. Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zahlen nun die Zeche. Es droht ihnen Arbeitslosigkeit und sozialer Abstieg. Soweit darf es nicht kommen. Die Verursacher der Krise müssen zur Verantwortung gezogen werden. Ein großer Teil der rund 1.100 Mrd. Euro sollte als Wiedergutmachung und zur Bewältigung der Krise dem Bund zufließen. So leer können die Hände unserer Banker nicht sein.



