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08.08.2007
Protestaktion bei der Kugelfertigung GmbH in Eltmann

Der Tarifkonflikt bei dem 125 Beschäftigte zählenden Kugelhersteller in Eltmann hat eine neue Qualität erreicht. Nachdem die bisherigen Versuche durch innerbetrieblichen Druck und Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall gescheitert sind, wird zum Knüppel Verlagerung und Kündigungen seitens der Verantwortlichen gegriffen.

Protestaktion bei Kugelfertigung
Betriebsratsvorsitzender Dieter Aumüller (unten)

Einziges Ziel: Die Rendite in Höhe von 6% für den NN Euroball Konzern muss, koste was es wolle, erreicht werden.

 

Obwohl die IG Metall und die Belegschaft seit Mitte Februar 2007 ein Volumen von rund 39,5 Std./Woche anbieten, bei der Bezahlung von 35 wohlgemerkt, geht die Unternehmensführung auf diesen mehr als weitreichenden Kompromissvorschlag nicht ein. Stattdessen wird kategorisch abgelehnt und permanent die Erreichung des Renditeziels gefordert!! Anfang August gipfelte die Auseinandersetzung mit dem provokativem und lapidaren Aushang: "Aus Wettbewerbsgründen müssen Kugeln verlagert werden. In diesem Zusammenhang sind 20 Kündigungen unumgänglich:"

 

Auf diese und andere Missstände machten Belegschaft und IG Metall Schweinfurt am Dienstag bei einer Kundgebung vor dem Werkstor von NN Euroballs in Eltmann aufmerksam. Für eine Stunde stand die Produktion still. 100 Teilnehmer unterstützten die Protestaktion – eine für diese Betriebsgröße hervorragende Beteiligung. Betriebsratsvorsitzender Dieter Aumüller konnte auch eine ganze Reihe solidarischer Kollegen aus den umliegenden Betrieben begrüßen.

 

NN Euroballs verlangt, dass die Belegschaft 830 000 Euro einspart. Macht bei gut 120 Beschäftigten mehr als 6500 Euro im Jahr für jeden. Wie das gehen soll – davon hat die Kugelfertigung GmbH eine klare Vorstellungen. „Die verlangen von uns die 44,5-Stunden-Woche ohne jeden Lohnausgleich.“ Eine Forderung, auf die IG Metall und auch Betriebsrat in keinem Fall eingehen werden. „Wir schenken denen einen Monat, aber die wollen zwei“, fasst Gebhardt die unterschiedlichen Positionen mit anderen Zahlen zusammen.

 

Der für die IG Metall Schweinfurt zuständige Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer Matthias Gebhardt warf dem Unternehmensverantwortlichen in Eltmann einen beispiellosen Umgang in puncto Einschüchterungs- und Erpressungsversuchen vor. Permanent wird im Betrieb Angst vor Verlagerung verbreitet, der Betriebsrat mit widerrechtlichen Anweisungen unter Druck gesetzt, Mitarbeiter gegen den Betriebsrat ausgespielt und mit Kündigungen gedroht.

 

„Das ist keine Art mit uns umzugehen.“ brachte Matthias Gebhardt das Verhalten der Unternehmensleitung auf den Punkt.

 

Um mit dem Unternehmen überhaupt noch eine Einigung erreichen zu können, ist allerdings die unabdingbare Voraussetzung, dass " NN Euroball die Verlagerungspläne und somit die angedrohten Kündigungen vollständig vom Tisch nimmt, weitere Drohgebärden künftig unterlässt und den Tarifabschluss 2007 übernimmt!" so die klare Botschaft der IG Metall.

 

Gebhardt forderte direkte Verhandlungen mit der Konzernspitze aus Tennessee (USA) ein. Die Ebenen der örtlichen- und Europamanager haben sich in einem Jahr Verhandlungen zum Abschluss eines Ergänztarifvertrages lediglich als hervorragend bezahlte Handlanger und Briefträger der Konzernspitze erwiesen. Ein heißer Herbst 2007 steht aufgrund des Verhaltens der Verantwortlichen und deren Pläne der Kugelfertigung in Eltmann in jedem Fall ins Haus.

 

 

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