Vertrauensleute sind die Beautragten der IG Metall in den jeweiligen Betrieben. Sie werden von den gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten im Betrieb gewählt. In vielen Betrieben ist es jetzt wieder soweit: Die Wahl der Vertrauensleute steht an.
Wenn es nach dem Willen der Unternehmen geht, entscheiden sie allein über das Schicksal von Belegschaften und ihren Familien. Standortverlagerungen und -schließungen, Ausweitung von Arbeitszeiten und Entgeltkürzungen sind ihr Programm. Hier braucht es viel Phantasie, Wissen und Durchsetzungskraft, um ein Gegengewicht zu schaffen und diese Prozesse zum Vorteil von Belegschaften zu beeinflussen. Vertrauensleute – im Zusammenspiel mit dem Betriebsrat und der IG Metall – sind dabei ein unverzichtbarer Faktor.
Bundesweit gibt es mehr als 120.000 gewählte Vertrauensleute, in der IG Metall organisierte Betriebsratsmitglieder, Jugend- und Auszubildendenverterter/innen und Vertrauensleute der Schwerbehinderten. Allein im Bereich der IG Metall Bayern wurden bei der letzten Wahl 2004 über 10.000 Vertrauensleute in 482 Betrieben gewählt. Vielleicht werden es bei der Wahl 2008 sogar noch mehr.
Im Betrieb werden die Vertrauensleute gewählt. Wahlberechtigt sind die Mitglieder der IG Metall. Gemeinsam mit den in der IG Metall organisierten Mitgliedern des Betriebsrats, der Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Schwerbehindertenvertretung bilden sie den Vertrauenskörper, der sich um die Interessenvertretung der Beschäftigten im Betrieb kümmert und Kontakt zur IG Metall hält.
Die Vertrauensleute vertreten gemeinsam mit den Mitgliedern deren Interessen am Arbeitsplatz und im Betrieb. Vertrauensleute sind Mittler zwischen der IG Metall, ihren Mitgliedern im Betrieb und den Betriebsräten. Sie informieren über Beschlüsse der Gewerkschaft und sorgen dafür, dass sie umgesetzt werden. Sie beteiligen sich daran, Tarifbewegungen vorzubereiten und - wenn nötig - einen Arbeitskampf mit durchzuführen. Selbstverständlich werben sie auch für den Beitritt zur Gewerkschaft, informieren über Gesetze, Tarifverträge, Verordnungen und Vereinbarungen und sie sorgen dafür, Rechte zu sichern und durchzusetzen.
Fachleute für Beteiligung
Berthold Huber, damals noch zweiter Vorsitzender der IG Metall hat bei der Vertrauensleutekonferenz der IG Metall Bayern im Oktober letzten Jahres, die Vertrauensleute „unsere Fachkräfte für Beteiligung“ genannt, besser kann man es wohl kaum auf den Punkt bringen. Huber machte sich für die Beteiligung der Belegschaften und eine moderne Interessenvertretung stark. Und nur eine starke IG Metall werde auch in der politischen Arena auch ernst genommen.
Nur in den Betrieben, in denen es gelänge die Belegschaften von Anfang an zu beteiligen und bei Entscheidungen einzubeziehen, könnten tragfähige Lösungen erreicht werden. „Lösungen, die Beschäftigung und Zukunft im Betrieb sichern.“
Die „Fachkräfte für Beteiligung“ seien dabei selbstverständlich die Vertrauensleute der IG Metall! „Ohne Mitgliederbeteiligung ist eine erfolgreiche Vertrauensleutearbeit heute nicht möglich. Umgekehrt aber auch nicht!“



