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08.12.2006
Investivlohn "Alter Ladenhüter"

Der Erste IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters bewertet die Pläne der Bundesregierung zur Einführung eines so genannten Investivlohns skeptisch: "Der Investivlohn ist ein alter Ladenhüter, der nicht dadurch besser wird, dass ihn die Große Koalition wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt hat."

Peters erklärte Anfang Dezember in Frankfurt, der Investivlohn führte zu einem doppelten Risiko für Arbeitnehmer, da sie neben dem des Arbeitsplatzverlustes auch noch das Kapitalrisiko in mittragen müssten. Das Fazit des IG Metall-Chefs: "Ich sehe nicht, welche Vorteile die Einführung des Investivlohns für die Arbeitnehmer haben sollte." Die Bundesregierung hatte zuvor das Lohnmodell in die Diskussion gebracht, nach dem ArbeitnehmerInnen einen Teil ihres Einkommens nicht ausbezahlt bekommen, sondern in Form einer Beteiligung am Unternehmen anlegen. Die Meinungen zu diesem Prinzip sind fraktionsübergreifend geteilt, sowohl SPD als auch Union haben mittlerweile jedoch angekündigt, entsprechende Konzepte auszuarbeiten und vorzulegen. Für zusätzliche Verwirrung in der Debatte sorgt die Verwechslungsgefahr mit einer zweiten Auffassung des Prinzips, nach der Investivlohn eine am Unternehmenserfolg orientierte Einkommenskomponente bezeichnet.

 

Peters erklärte im Zusammenhang mit seiner Kritik an Plänen für die Einführung eines Investivlohns mit Blick auf die "gut laufende Konjunktur und die brummenden Gewinne" weiter, es sei gut nachvollziehbar, dass es eine breite Zustimmung für die Notwendigkeit steigender Löhne und Gehälter gebe. Die Äußerungen des Arbeitgeberpräsidenten Martin Kannegiesser, der in einem Interview grundsätzlich höhere Einkommen in Aussicht gestellt hatte, kommentierte Peters: "Ich hoffe, dass die Arbeitgeber im Frühjahr ihren Worten auch Taten folgen lassen.  Bislang haben sich die Arbeitgeber aber immer verweigert wenn es darum ging, die Arbeitnehmer am gemeinsam Erwirtschafteten zu beteiligen." Während vereinzelt bereits über mögliche Forderungen in der kommenden Tarifrunde diskutiert wird, will die IG Metall ihre gemeinsame Forderung erst im Februar formulieren.

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