Warnstreikauftakt in der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie
(Pressedienst 06 / 2008) Um Mitternacht endet die Friedenspflicht in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Bereits fünf Minuten später um 0:05 Uhr werden die Beschäftigten aus zwei bayerischen Betrieben in den Warnstreik treten.
Ein weiterer Betrieb folgt am Samstag Vormittag. Die IG Metall macht jetzt Druck, damit sich in den laufenden Tarifverhandlungen endlich etwas bewegt und reagiert damit auf das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber.
Während die IG Metall 5,5 Prozent höhere Einkommen fordert, blieben die Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde am 25. Februar 2008 bei ihrem Angebot unterhalb des Inflationsausgleichs. Für 14 Monate wollen sie ab dem 01.03.2008 nur 2,2 Prozent höhere Einkommen zahlen. Für weitere 10 Monate soll es nur 1,8 Prozent geben. Eine Einmalzahlung von 0,5 Prozent wollen sie zudem betrieblich verringern oder ganz streichen können. Die geforderte Übernahme der Ausgebildeten in unbefristete Arbeitsverhältnisse lehnen sie völlig ab.
„Die Arbeitgeber scheinen eine hohe Eskalationsstufe anzustreben.“ Anders sei die Mitteilung des Verbandes der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie nicht zu bewerten, sagte Jürgen Wagner, IG Metall-Branchensekretär für Textil und Bekleidung. Der Sozialausschuss des Verbandes hat seinen Mitgliedsbetrieben Warnaussperrungen zwar nicht empfohlen, aber Warnaussperrungen genehmigt.
Jürgen Wagner, IG Metall-Branchensekretär für Textil und Bekleidung: „Die Arbeitgeber gießen Öl ins Feuer dieses Tarifkonfliktes. Schon vor der dritten Verhandlungsrunde und bevor sie überhaupt ein Angebot machten, haben sie laut über Aussperrung nachgedacht.“


