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14.02.2006
Rente ohne Alterbeschränkung mit 45 Versicherungsjahren

(München) Für die IG Metall Bayern nimmt die Rentendiskussion um die Verlängerung der Lebensarbeitszeit immer groteskere Formen an. Eine Rente mit 67 ist für viele Arbeitnehmer nicht erreichbar, da sie im Arbeitsprozess längst ihre Gesundheit verschlissen haben. Unter den herrschenden Leistungsbedingungen können sie nicht mehr so lange ihre Leistung bringen und arbeiten.

„Alle gutgemeinten Vorschläge von akademischen Klugrednern hören sich gut an, sind aber nur für dieses Klientel realisierbar. Wenn diese Herren 45 Versicherungsjahre erreichen müssten, dann wäre ihre Rentenaltersgrenze 70 bis 75 Jahre“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.


Werner Neugebauer fordert die Politik auf, eine Altersgrenze für den Renteneintritt zu schaffen, die es ermöglicht, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einige Jahre eine Rente auch oberhalb der Sozialhilfegrenzen ermöglicht. „ Rente mit 67 ist keine Alternative. Wenn bei früherem Renteneintritt mit der Rasenmähermethode gekürzt wird, landen viele in Altersarmut.“

Neugebauer fordert, dass alle Versicherten nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge und ohne Lebensaltersbegrenzung in Rente gehen können. „Wer 45 Jahre malocht hat, hat viel genug für die Gesellschaft und die sozialen Sicherungssysteme geleistet und damit eine ungekürzte Rente verdient.“ Frauen generell und Versicherte sollen wählen können, wenn sie mindestens 40 Versicherungsjahre haben, ob sie mit der Regel - Altersgrenze - 65, ohne Abschläge in den Ruhestand gehen wollen. Alle anderen sollen mit Abschlägen bzw. mit dem 67. Lebensjahr in Rente gehen können.

Die Rentenversicherung ist eine solidarische Einrichtung, die Menschen Vorsorge im Alter bietet. Trotzdem ist es ein Unterschied ob jemand mit 18 Jahren das Arbeiten beginnt und somit wesentlich mehr Versicherungsjahre einbringt, als jemand, der eventuell nach einer universitären Ausbildung mit 30 Jahren das erste Mal Beiträge in die Rentenkasse bezahlt. Bei bisherigen Berechnungen hat der „Modellrentner“ 45 Versicherungsjahre. Deshalb ist das für den Gewerkschafter die Grundlage seines Vorschlags.

Neugebauer: „Ich schätze alle gutgemeinten Ratschläge, aber alle Professoren und selbsternannten Sachverständigen, die noch nie in die Rentenversicherung einbezahlt haben und nie auf 45 Versicherungsjahre kommen werden, wissen was für alle anderen gut ist.“

Der Gewerkschafter fordert deshalb die Sozialpolitiker aller Parteien auf, nicht nur die demografische Entwicklung sondern auch die betriebliche Realität mit Leistungsdruck, zunehmender Produktivität und somit wesentlich höheren körperlichen und geistigen Anforderungen bei den Überlegungen als Grundlagen ihrer Entscheidung heranzuziehen.

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