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10.04.2007
Vorbereitung auf einen möglichen Warnstreik

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber hat den Arbeitgebern im Metall-Tarifstreit mit Streiks gedroht. Wenn bei Ablauf der Friedenspflicht am 28. April kein akzeptables Ergebnis vorliege, "ist der Weg in die Warnstreiks vorgezeichnet", sagte Huber der "Stuttgarter Zeitung".

Das Arbeitgeberangebot sei „gewiss nicht das Ende des Machbaren". Die Arbeitgeber wüssten, dass es damit mit der IG Metall keinen Abschluss gebe: "Ihr Angebot ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Es ist völlig unzureichend." Welche Dynamik der Tarifstreit noch annehme, könne er nicht vorhersagen. Die IG Metall werde einer Auseinandersetzung aber nicht aus dem Weg gehen. "Wir wollen, dass unsere Leute angesichts der überall anerkannten guten wirtschaftlichen Situation endlich wieder strukturwirksame Erhöhungen bekommen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der IG Metall.

 

Richtig gerechnet:
Die Arbeitgeber versuchen in der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, sie hätten ein Angebot im Volumen von 3,0 Prozent vorgelegt. Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer wies darauf hin, dass das vorgelegt Angebot etliche Tücken und Fallstricke enthält, die im ungünstigen Fall dazu führen, dass unter dem Strich nur eine Entgelterhöhung von etwa 1,4 Prozent übrig bleibt.

 

Aktuelles Arbeitgeberangebot ab 1.4.2007: + 2,5% Einkommenssteigerung
Das Weihnachtsgeld soll um 15 Prozentpunkte sinken können: - 1,1% vom Jahreseinkommen
Einmalzahlungen von 0,5 % auf ein Jahr begrenzt: + 0,5% Einmalzahlung
Wegfall der Einmalzahlungen nach 12 Monaten: - 0,5% Einmalzahlung
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Nach Ende der Vertragslaufzeit verbleiben: +1,4% Einkommenssteigerung.

 

Neugebauer: „Die von den Arbeitgebern geforderte Flexibilisierung des Weihnachtsgeldes um 15 Prozentpunkte nach oben und unten ist eine dreiste Mogelpackung. Um eine Flexibilisierung nach oben geht es den Arbeitgebern gar nicht. Abweichungen nach oben lässt der Tarifvertrag immer zu. Schon jetzt zahlen etliche bayerische Firmen erheblich mehr, als die im Tarifvertrag vorgesehenen 55 Prozent Weihnachtsgeld. Es geht den Arbeitgebern in Wirklichkeit also um die Möglichkeit beim Weihnachtsgeld nach unten abweichen zu können.

 

Vorbereitung auf mögliche Warnstreiks

Wenn die Arbeitgeber nicht in der nächsten Verhandlungsrunde ein akzeptables Angebot vorlegen, wird es in Bayern zwangsläufig zu Warnstreiks kommen.

 

Neugebauer: „Die IG Metall Bayern geht gründlich und gut vorbereitet in jede Tarifauseinandersetzung, wir sind immer und jederzeit in der Lage – wenn notwendig - für unsere Forderungen auch zu streiken.“

 

Die Vorbereitungen auf mögliche Warnstreiks nach dem Ende der Friedenspflicht am 28.04. laufen auf vollen Touren. Die Betriebe und Verwaltungsstellen der IG Metall Bayern haben die notwendigen Vorarbeiten bereits abgeschlossen. Die letzten Details des Streikkonzeptes werden in diesen Tagen zwischen den Verantwortlichen abgestimmt. Einzelheiten werden der Öffentlichkeit - und damit den Arbeitgebern - natürlich nicht verraten. Die einzelnen Streikbetriebe werden i.d.R. am Tag vorher, oder erst am Tag des Streiks, bekannt gegeben.

 

Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlung betont, wie sehr ihnen an einem schnellen Abschluss gelegen sei. Die Gründe für das Agieren der Metallarbeitgeber sind offensichtlich: Angesichts herausragender Gewinne der Branche und überquellender Auftragsbücher passen ihnen mögliche Streiks überhaupt nicht ins Konzept. Damit bestätigen die Arbeitgeber die Einschätzung der IG Metall: die Branche brummt!

 

Der weitere Zeitplan sieht Verhandlungen am 16. April in NRW, Baden-Württemberg und im Tarifgebiet Küste vor. In Bayern findet die nächste Verhandlung am 23.4. um 11. Uhr im Hotel Kempinski am Münchner Flughafen statt. Die Große Tarifkommission der IG Metall Bayern ist für den 24.4. nach Fürth ins Hotel Pyramide eingeladen, um unmittelbar nach der nächsten Verhandlungsrunde und rechtzeitig vor dem Ende der Friedenspflicht das weitere Vorgehen zu beschließen.

 

Die IG Metall fordert die Erhöhung der Einkommen um 6,5 Prozent und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um einheitlich 60 Euro ab dem 1. April 2007, die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Zudem sollen ausbildungsbedingte Kosten künftig vollständig von den Arbeitgebern übernommen werden. Über gemeinsame Initiativen zur Altersteilzeit will die IG Metall Bayern ebenfalls in dieser Tarifrunde mit den Arbeitgebern sprechen.

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Tarifrunde 2012

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