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20.12.2007
IG Metall Bayern zum Verkauf von VDO - Electric Motor Drives an Brose: Verträge sind einzuhalten

(Pressedienst 59 / 2007) Nach der Entscheidung von Conti, VDO-Electric Motor Drives an Brose zu verkaufen, begrüßte die IG Metall Bayern die Ankündigung, dass die Tarifverträge und der Ergänzungstarifvertrag für den Standort Würzburg eingehalten werden sollen und mahnt konkrete Vereinbarungen an.

Werner Neugebauer

Beschäftigte und IG Metall haben bei VDO-Würzburg, in langen und schwierigen Auseinandersetzungen und durch einen wochenlangen Streik, den Erhalt des Werkes sichern können. Für VDO in Würzburg, mit derzeit ca. 1 600 Beschäftigten, gilt seit zweieinhalb Jahren ein Ergänzungstarifvertrag, der die Arbeitsplätze bis zum Jahr 2010 sichert und zusätzliche Investitionen vorsieht. Diese Investitionen sind nötig, damit neue Produkte in Würzburg gefertigt werden können, nur so kann die Beschäftigung in Würzburg langfristig gesichert werden.

 

Dass Brose nun offenbar bereit sei, den ausgehandelten Ergänzungstarifvertrag mit Beschäftigungs- und Standortsicherung zu übernehmen, führt IG Metall Bezirksleiter Werner Neugebauer auf den öffentlichen Druck zurück, den Beschäftigte, Betriebsrat und IG Metall in dieser Frage in den letzten Wochen gemacht haben. „Der Tarifvertrag für die Bayerische Metall- und Elektroindustrie und der Ergänzungstarifvertrag für den Standort Würzburg muss auch künftig die Geschäftsgrundlage sein. Wenn Brose – anders als am Stammsitz der Firma in Coburg – bereit ist, Mitglied im Arbeitgeberverband zu werden und den Flächentarifvertrag einzuhalten, so wird das von uns begrüßt.“

 

Eine entsprechende Vereinbarung zum Betriebsübergang muss von den Tarifvertragsparteien allerdings noch abgeschlossen werden. Neugebauer: „Wir erwarten von VDO, dass nun zügig Gespräche mit der IG Metall Bayern und dem Betriebsrat aufgenommen werden.“

 

Sibylle Wankel, Tarifexpertin der IG Metall Bayern, kündigte hierzu die Bildung einer bundesweiten Tarifkommission für die Brose-VDO Standorte in Würzburg, Berlin, Nürnberg und Oldenburg an. Diese Tarifkommission soll die Tarifbindung sichern und die Einhaltung der geltenden Standort- und Beschäftigungssicherungs­verträge gewährleisten.

 

Tarifverträge lösen sich durch Verkauf nicht in Luft auf - sie gelten unbegrenzt weiter (Tarifvertragsgesetz § 4, Absatz 5). Nach einer möglichen Kündigung allerdings nur noch für die Mitglieder der IG Metall.

 

Brose ist 2006 aus dem bayerischen Arbeitgeberverband ausgetreten und versucht seitdem mit den Beschäftigten in Coburg in einzelvertraglichen Regelungen längere Arbeitszeiten durchzusetzen. Außerdem hat Brose seinen Beschäftigten die Vermögenswirksamen Leistungen gestrichen. Derzeit zahlt Brose in Coburg etwa 10 Prozent unter Tarif.

 

Neugebauer: „Betriebsrat und IG Metall stehen dem Verkauf nicht prinzipiell ablehnend gegenüber, dieser Verkauf kann auch eine neue Chance für den Standort Würzburg sein, wenn Brose sich wirklich an alle geltenden Vereinbarungen halten will und bereit ist auch neue Produkte ins Werk Würzburg zu bringen. Auf der Grundlage der geltenden Vereinbarungen werden Betriebsräte und IG Metall den anstehenden Betriebsübergang konstruktiv begleiten.“

 

Am Freitag, den 21.12. sollen die Beschäftigten in Betriebsversammlungen an den Standorten informiert werden.

 

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