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29.04.2008
Führungswechsel bei der IG Metall Südostoberbayern

Am vergangenen Samstag stellte die IG Metall in Südostoberbayern die Weichen für die Zukunft. Im Zuge der Organisationswahlen wurden ein neuer 15-köpfiger Ortsvorstand sowie zwei neue hauptamtliche Bevollmächtigte gewählt.

Rauschhuber, Fischer, Hafner (v.l.)

Die 100 Delegierten, die 12 000 Mitglieder der IG Metall repräsentieren, hatten die Wahl. Stefan Rauschhuber bisheriger 2. Bevollmächtigter wurde mit einem Traumergebnis von 97,4 Prozent zum 1. Bevollmächtigten und Kassier gewählt. Als sein Stellvertreter wurde Jochen Hafner mit 79,22 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt.

 

Rauschhubers Amtsvorgänger Artur Fischer trat nach 28 Jahren Tätigkeit wegen erreichen der Altersteilzeit Freistellungsphase nicht mehr zur Wahl an. Die Delegierten spendeten dem scheidenden Bevollmächtigten A. Fischer minutenlangen stehenden Applaus.

 

Im Vordergrund des gewerkschaftlichen Handelns, so der neue Chef der IG Metall Südostoberbayern Rauschhuber, stehen die Mitglieder und die Verbesserung ihrer Arbeits- und Einkommensbedingungen in der Region. Starke Betriebsräte und die dazugehörigen gewerkschaftlichen Vertrauensleute sind Voraussetzung, um erfolgreich handeln zu können. Leider komme es immer wieder vor, dass Arbeitgeber Ihre Beschäftigten durch Lohndrückerei und Verlagerungsdrohungen von ihrem Grundrecht, der Betriebsratswahl abhalten wollen.

 

Besorgniserregend sei die Entwicklung auf dem Leiharbeitssektor. Viele Betriebe benutzten den Einsatz von Leiharbeitern um die Stamm-Mannschaft zu reduzieren und diese in zwei Lager zu spalten. Es komme sogar vor, dass dauerhafte Leiharbeitsquoten von über 25 Prozent der Belegschaft erreicht werden. Die gesellschaftspolitischen und sozialversicherungspolitischen Dramatiken, die sich daraus ergeben werden, sind heute noch nicht absehbar. In der Frage der fairen Bezahlung müsse noch viel getan werden, ansonsten sei große Altersarmut unausweichlich. Intensive Jugendarbeit und Ausbau der Bildungsarbeit sowie das Thema des flexiblen Übergangs in den Ruhestand nannte Rauschhuber als die großen Herausforderungen in den nächsten 2 Jahren. Zuletzt dankte er seinem Amtsvorgänger Artur Fischer, mit dem er 15 Jahre, davon 8 Jahre als sein Stellvertreter zusammenarbeiten durfte. Vieles konnte für die Menschen in der Region erreicht werden. Die Beschäftigungssicherung tausender Arbeitsplätze durch Sanierungs- und Sicherungstarifverträge wie z. B. bei der Fa. Siteco in Traunreut gehen auf Fischers Konto.

 

Abschließend gratulierten ein Reihe von Ehrengästen, unter anderem die drei Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, Angelika Graf und Klaus Barthel dem neuen 1. Bevollmächtigten Stefan Rauschhuber und hofften auf gute Zusammenarbeit.

 

zur Person

Stefan Rauschhuber wurde am 06.Mai 1965 in Altötting geboren. Der gelernte Betriebsschlosser ist seit 1980 Mitglied der IG Metall. Er war Jugendvertreter bei der Firma Linde AG und beim DGB-Landesbezirk Bayern in der Abteilung Jugend als pädagogischer Leiter der DGB Jugendbildungsstätte in Hersbruck beschäftigt.

 

Seit 1993 ist Rauschhuber bei der IG Metall angestellt, zunächst als Fachsekretär der IG Metall in Rosenheim, mit der Zuständigkeit für Klein- und Mittelbetriebe, dann seit 2000 als 2. Bevollmächtigter der IG Metall Rosenheim. 

 

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