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27.02.2007
Nettolohn und Kaufkraft

Wie lange muss ein deutscher Metallarbeiter für ein Kilo Mehl arbeiten, wie lange sein Kollege in der Elektroindustrie, und wie sieht es im Vergleich beispielsweise in Taiwan aus? Der Internationale Metallarbeiterbund gibt in einer ausführlichen Studie zu Arbeitszeit und Kaufkraft Antwort.

Der Report "Arbeitszeit-Kaufkraft 2006" des IMB enthält, basierend auf Nettostundenlöhnen und Verbraucherpreisen von 2005, eine umfassende Übersicht. Erfasst sind 66 Länder von Angola bis Zypern, gegliedert nach Industriezweigen. Damit ermöglichen die umfangreichen Tabellen einen konkreten Vergleich darüber, wieviel Arbeitszeit welche Beschäftigten in den jeweiligen Ländern für Verbrauchsgüter vom Mehl bis zum tragbaren CD-Player aufwenden müssen.

 

Für das eingangs erwähnte Kilo Weizenmehl arbeitet der Metallarbeiter in Deutschland demnach 90 Sekunden, sein Kollege in IT- oder Elektroindustrie nur eine Minute, der Metaller in Österreich schon fünf Minuten, der in Taiwan 19 und der in Bulgarien schließlich 23. Zum Vergleich: für diese Arbeitszeit erhält der Deutsche schon ein Kilo Kaffee.

 

Entsprechende Vergleiche gibt es für eine Reihe von Lebenshaltungskosten. Neben Lebensmitteln sind unter anderem auch Kleidung, Kraftfahrzeuge und Elektrogeräte aufgeführt, außerdem sind die landesüblichen Mieten erfasst.

 

Die Zahlen an sich sind bereits interessant, aber es geht um deutlich mehr als eine kuriose Spielerei: Der unmittelbare Vergleich von Kosten in Relation zur Arbeitszeit lässt zwar kaum detaillierte Schlüsse zu, da die zugrundegelegten Statistiken im Interesse der Überschaubarkeit allgemein bleiben; gerade wegen dieser Überschaubarkeit ergibt sich jedoch ein umso aussagekräftigeres Gesamtbild eines wichtigen Aspekts der globalisierten Beschäftigung.

 

Der Report "Arbeitszeit-Kaufkraft 2006" des IMB kann kostenlos als PDF (1,2 Megabyte) heruntergeladen werden:

 

=> zur IMB-Website

=> direkter Download

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