(Pressedienst 95/2006) Zur aktuellen Debatte um ein „betriebliches Bündnis“ im FAG-Werk in Elfershausen erklärte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "In Elfershausen hat das Floriansprinzip über die Solidarität gesiegt. 1999 hat die IG Metall das FAG-Werk gerettet. Jetzt paktieren Geschäftsführung und Betriebsrat gegen die Gewerkschaft.
Neugebauer weiter: "Die Beschäftigten in Elfershausen sind damit vogelfrei. Ohne Gewerkschaft können sie sich nicht wehren. Der Betriebsrat hat die Solidarität mit den anderen Standorten ohne Not gekündigt. Jetzt bleibt nur der gebückte Gang."
Zur Entwicklung in Elfershausen stellt die IG Metall Bayern fest:
• Das erreichte Ergebnis enthält keine Garantien und Sanktionen für die Sicherung der Arbeitsplätze in Elfershausen. Kein Beschäftigter kann unter Berufung auf das Ergebnis klagen. Der Schutz durch den Tarifvertrag ist weg.
• Die Beschäftigten und die IG Metall-Mitglieder in Elfershausen haben nicht aus freien Stücken fünf unbezahlte Stunden pro Woche angeboten. Nachweisbar sind sie von der Werksleitung und der Geschäftsführung bedroht worden. Trotz einer Standortsicherung bis mindestens Ende 2008, wurde behauptet, dass das kleine Werk ohne Verzicht keine Perspektive mehr habe. Die Angst vor Hartz IV und vor China hat ein Übriges getan. Eine ehrliche Geschäftsführung hätte dieses aus nackter Existenzangst entstandene Angebot nicht angenommen.
• Weder die IG Metall Schweinfurt noch die IG Metall Bayern haben den Standort Elfershausen im Stich gelassen. Sie haben vielmehr seit Anfang 2006 zahlreiche Vorschläge gemacht, wie der Betriebsrat und die IG Metall-Mitglieder ein Zukunftskonzept für den Standort entwickeln können, das weit ins nächste Jahrzehnt reicht. Auf Basis eines solchen Konzepts hätten dann Betriebsrat und IG Metall mit der Schaeffler KG verhandelt. Die betrieblichen Vertreter sind diesen Weg nicht gegangen. Sie haben vielmehr im August die Unterschriftensammlung mit dem Angebot von fünf unbezahlten Stunden pro Woche losgetreten.
• Die IG Metall hat den Betriebsrat und die Geschäftsführung mehrfach mündlich und schriftlich zu Gesprächen über das FAG-Werk Elfershausen aufgefordert. Aber sowohl Geschäftsführung als auch Betriebsrat haben die IG Metall bewusst von den Verhandlungen ausgeschlossen.
Neugebauer: „Wir bieten allen Mitgliedern in Elfershausen, die diesen Weg nicht mitgehen wollen, Beratung, Unterstützung und juristischen Beistand. Wir hoffen, dass die Politik und die Öffentlichkeit in der Region die Frage, wo die Grenze für weitere Verzichte zum Wohl der Unternehmensprofite ist, zum Thema der öffentlichen Diskussion machen. Schließlich wird z.B. in China 72 Stunden gearbeitet - für 10-15 % des deutschen Tarifs. Wir erwarten von der Schaeffler-Gruppe jetzt Vorschläge, wie die konstruktive Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern (IG Metall, Gesamtbetriebsrat, Standort-Betriebsräte) im Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter wiederhergestellt werden kann."


