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11.08.2009
Er geht, er geht nicht, er geht ...

Seit Tagen wird über die Zukunft von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann gerätselt. Nach Informationen des Handelsblatts haben sich die Aufsichtsräte nun darauf geeinigt, dass er gehen muss – und Aufsichtsrats-Chef Rolf Koerfer gleich mit.

Dr. Karl-Thomas Neumann
Bild: Continental AG

Conti-Chef Neumann ist noch nicht einmal ein Jahr im Amt, aber das Vertrauensverhältnis zwischen Schaeffler und dem 48-Jährigen an der Spitze des finanziell angeschlagenen Autozulieferers gilt als total zerrüttet. Bereits in der Aufsichtsratssitzung am 30. Juli hatte Großaktionär Schaeffler versucht Neumann los zu werden.

Aufsichtsratschef Rolf Koerfer, ein Vertrauter der Familie Schaeffler, scheiterte mit dem Versuch, Neumann abwählen zu lassen. Die Arbeitnehmervertreter stimmten geschlossen für Neumann. Nach Informationen der FTD war Koerfer zunächst nicht bewusst, dass er für eine Abwahl zwei Drittel der Stimmen im Aufsichtsrat braucht. Auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 12. August reicht jedoch eine einfache Mehrheit.

Nach Informationen des Handelsblatts haben sich die Aufsichtsräte nun im Vorfeld dieser Sitzung darauf geeinigt, Elmar Degenhart zu Nachfolger von Thomas Neumann zu berufen. Teil des Kompromisses ist offenbar auch ein Amtsverzicht des von Schaeffler eingesetzten Aufsichtsratschefs Rolf Koerfer.

Umstritten bleibt offenbar die Frage, ob eine Abwahl Neumanns gegen die Investorenvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen verstößt. Vor einem Jahr beendete diese Investorenvereinbarung den damaligen Übernahmekampf zwischen Conti und Schaeffler, indem sie Contis Freiraum als Aktiengesellschaft weitgehend stützt. Jetzt könnte sie sich als Hemmschuh für Schaeffler erweisen. Als Garant für diese Vereinbarung wurde der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eingesetzt. Er soll deren Einhaltung überwachen und gegebenenfalls eine Verletzung vor Gericht geltend machen. Schröder will die Problematik rechtlich klären lassen.

Monopoly? Sommertheater?

Die Beschäftigten beider Unternehmen haben das ewige Gezerre auf alle Fälle satt. ‚‚Die Querelen und der Machtkampf müssen ein Ende haben’’, sagte der Schaeffler-Betriebsbetreuer Wolfgang Müller von der IG Metall. Es müsse für alle Beschäftigten schnellstens klar sein, wie es weiter geht, wie die künftige Struktur der Unternehmen aussehe. Bei dem Gerangel sei ‚‚unerträglich’’ viel Geld verbrannt worden. Wertvolle Zeit, ein ganzes Jahr ist seit Beginn der Übernahmeschlacht vergangen. Manager-Kapazitäten sind durch das Projekt Conti-Schaeffler gebunden, während das Tagesgeschäft in der Krise eigentlich 200 Prozent Aufmerksamkeit erfordert. Legionen von teuren Beratern müssen neben Zinsen und Tilgung bezahlt werden.

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