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27.05.2008
Ein System schwarzer Kassen

Beim Prozessauftakt in der Siemens-Schmiergeldaffäre hat der beschuldigte langjährige Siemens-Direktor Reinhard Siekaczek vor Gericht zugegeben schwarze Kassen verwaltet zu haben.. Die Vorwürfe aus der Anklageschrift seien grundsätzlich zutreffend. Er habe ein System schwarzer Kassen aufgebaut auch der Bereichsvorstand sei informiert gewesen.

Da der Bereichsvorstand die Zahlungen nicht abgestellt habe, sei er davon ausgegangen, dass das Thema auch im Zentralvorstand bekannt sei, Siekaczek sagte vor Gericht: "Und zwar im gesamten Zentralvorstand". So kann man es im Prozess-Protokoll des manager-magazins lesen.

 

Über das System von Schein- Beraterverträgen seien in Absprache mit dem Bereichsvorstand insgesamt rund 53 Millionen Euro aus dem Haushalt des Elektronikkonzerns abgezweigt worden. In der Zeit, als die ersten Ermittlungen bei Siemens in Zusammenhang mit den mutmaßlichen schwarzen Kassen begannen, sei er zum damaligen Bereichsvorstand Thomas Ganswind gegangen und habe über das System berichtet. Ganswind jedoch habe nichts unternommen, sagte der 57-jährige langjährige Siemens-Manager vor Gericht.

 

Thomas Ganswindt war im Zentralvorstand für die Bereiche Telekommunikation (Com) und IT-Dienstleistungen (SBS) zuständig und saß im Dezember 2006 kurzzeitig in der Justizvollzugsanstalt Landsberg in Untersuchungshaft.

 

Die Tatsache, dass  hohe Millionenbeträgen ungestört verschoben wurden, lässt nach Auffassung seines Anwalts nur den Schluss zu, dass auch die Unternehmensspitze eingeweiht war: "Mir kann niemand erzählen, dass der Zentralvorstand nichts davon gewusst hat."

 

Er selbst habe nur auf Anweisung und im Interesse des Unternehmens gehandelt. "Ich war nur Dienstleister“, verteidigte sich Siekaczek vor Gericht.

 

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