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29.07.2008
Siemens: Schadensersatzforderungen gegen Ex-Manager

Der Aufsichtsrat der Siemens AG hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, Schadensersatzforderungen an die frühere Unternehmensspitze zu stellen und gegebenenfalls gerichtlich einzuklagen. Siemens wirft den Ex-Managern vor, im Zusammenhang mit der jahrelangen Korruption ihre Pflichten nicht erfüllt zu haben.

Mit diesem Beschluss des Kontrollgremiums bestätigen sich Spekulationen und Vermutungen, die seit mehreren Monaten kursierten. Nun wird sich, sollten die betroffenen Topp-Manager sich nicht zuvor auf anderem Wege mit dem Unternehmen einigen, die Justiz damit befassen müssen, inwiefern praktisch die gesamte frühere Führungsriege für illegale Praktiken im Unternehmen verantwortlich sind und unter welchen Bedingungen sie dafür haftbar gemacht werden können - eine Premiere in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

 

Die Klage Siemens' wegen "Verletzung der Organisations- und Aufsichtspflichten"richtet sich gegen insgesamt elf frühere Vorstände, darunter die beiden Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Siemens teilte den Beschluss am Dienstag per Presseerklärung mit.

 

Weiter betroffen sind Heinz-Joachim Neubürger, Jürgen Radomski, Thomas Ganswindt, Edward Krubasik, Rudi Lamprecht, Uriel Sharef, Klaus Wucherer sowie Johannes Feldmayer. Gegen letzteren sowie den bis zum Jahr 2000 dem Zentralvorstand angehörenden Günter Wilhelm erhebt Siemens darüber hinaus auch Ansprüche in Zusammenhang mit der AUB-Affäre (siehe Neuer Verdächtiger in der AUB-Affäre).

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