aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
10.03.2008
Erneute Warnstreiks bei Faurecia und Ideal

Bei Faurecia in Neuburg a.d. Donau und bei Ideal in Ingolstadt fanden am Samstag erneut Warnstreiks statt, um den Druck auf die Arbeitgeber in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu erhöhen. „Die Beschäftigten haben eindrucksvoll der Forderung, nach 5,5 Prozent mehr Einkommen Nachdruck verliehen“, sagte Michael Jung der Verhandlungsführer der IG Metall.

Warnstreik bei Faurecia (oben und Mitte)
und bei Ideal (unten)

Bereits am Freitag hatten 100 Beschäftigte bei Janesvill in Amberg um 13.30 Uhr die Arbeit niedergelegt.

 

Beim Automobilzulieferer Faurecia in Neuburg traten die Beschäftigten am Samstag um 12:00 Uhr in den Warnstreik. „Alle 200 sind gekommen“ freute sich Konstantin Stoica Mitglied der zentralen IG Metall Verhandlungskommission, er ist zugleich Vorsitzender IG Metall Vertrauensleute in der Fa. Faurecia ist. „Das stärkt uns den Rücken am Montag,“ sagte Stoica mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde am Montag.

 

Pünktlich um 10:00 Uhr traten am Samstag alle 60 anwesenden Beschäftigten bei Ideal die Arbeit in den Warnstreik und trafen sich am Werkseingang zu einer Kundgebung. Nur mit einem verbesserten Angebot, das die Leistung der Menschen würdigt, könne am Verhandlungstisch ein Kompromiss erzielt werden. „Gute Arbeit muss gut bezahlt werden“, sagte Verhandlungsführer Jung.

 

Jürgen Wagner von der IG Metall Bezirksleitung Bayern rief den Streikenden zu. „Wer High-Tech-Produkte herstellt, hat keine Steinzeitlöhne verdient“ Wagner weiter. „Wer gute Arbeit leistet, hat ein Anrecht auf ein faires Entgelt.“

 

2000 im Warnstreik

Insgesamt haben sich damit in der ersten Woche ca. 2.000 Beschäftigte aus 16 Betrieben an den Warnstreiks der IG Metall beteiligt.

 

Nachdem die letzte Verhandlungsrunde ohne neues Angebot der Arbeitgeber und ohne die Vereinbarung eines neuen Termins unterbrochen worden war, haben die Arbeitgeber unterdessen immerhin neue Gesprächsbereitschaft signalisiert. Und so werden am Montag, den 10. März 2008 in Gladbeck/Nordrhein-Westfalen die Verhandlungen in der vierten Verhandlungsrunde fortgesetzt.

 

In der Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiten bundesweit etwa 120.000 Beschäftigte. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld und moderne Entgeltregelungen. Nachdem die Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde am 25. März 2008 lediglich 2,2 Prozent für 14 Monate und weitere 1,8 Prozent für zehn Monate angeboten haben, waren die Gespräche ohne Nennung eines neuen Termins unterbrochen worden. Die IG Metall kritisierte, dass dieses Angebot unterhalb der Inflationsrate liegt und somit zu einem Reallohnverlust führen werde. Zudem sollten die angebotenen individuellen Einmalzahlungen von 0,5 Prozent verringert oder gestrichen werden können. Die von der IG Metall geforderte Übernahme der Ausgebildeten in unbefristete Arbeitsverhältnisse lehnen die Arbeitgeber ab.

 

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.