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25.06.2009
Leiharbeit macht krank

Schlechtes Einkommen und hohe Arbeitsplatzunsicherheit führen bei Leiharbeitern zu deutlich höheren Fehlzeiten als bei festangestellten Arbeitnehmern. Nach einer Erhebung der Techniker Krankenkasse sind sie im Schnitt 14,7 Tage pro Jahr krank, vier Tage mehr als andere Beschäftigte.

Der Krankenstand in der Zeitarbeitsbranche liegt bei 4 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte höher als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) zusammen mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) vorgestellt hat. Danach sind Zeitarbeiter nahezu von allen Diagnosen häufiger betroffen als Beschäftigte in anderen Branchen, besonders groß sind die Unterschiede in den Bereichen Muskel-Skelett-Erkrankungen (plus 60 Prozent), Verletzungen (plus 64 Prozent), Atemwegserkrankungen (plus 23 Prozent) und psychischer Beschwerden (plus 34 Prozent). Im Gegensatz zum konventionellen Arbeitsmarkt sind in der Zeitarbeit die Männer mit durchschnittlich 15,3 Tagen länger krankgeschrieben als Frauen mit 13,9 Tagen.

Laut dem TK-Bericht dauert etwa die Hälfte der Beschäftigungen in der Leiharbeitsbranche länger als sechs Monate, fast jede dritte sogar ein Jahr. Die Zahl der Zeitarbeiter hat sich in Deutschland von 2003 bis 2008 verdoppelt, bevor die Wirtschaftskrise einen „krassen Abschwung“ brachte, so Volker Enkers, Präsident des Bundesverbandes Zeitarbeit: „Die Automobilwerke sind völlig zeitarbeitsentvölkert.“

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jedes Jahr die Krankenstandsdaten sowie Arzneimittelverordnungen der 2,7 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie "Arbeitslosengeld I-Empfänger". Für den Gesundheitsreport 2009 mit dem Themenschwerpunkt "Zeitarbeit" wurden Ergebnisse einer Befragung unter Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche ausgewertet und mit Befragungsergebnissen aus anderen Branchen verglichen.

Der vollständige Gesundheitsreport kann auf den Seiten der TK heruntergeladen werden (Download, 2,34 MB)

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