(Pressedienst 47 / 2007) Zur Mitteilung von EADS, man prüfe die Aufnahme des Standortes Augsburg in den laufenden Verkaufsprozess von Airbus-Standorten, erklärt die IG Metall Bayern: Für die IG Metall Bayern ist es keine Glaubensfrage, ob der Standort Augsburg innerhalb des EADS-Konzerns verbleibt, oder aber in einem neuen kompetenten Verbund eingebracht wird.
Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass IG Metall und Betriebsräte bereits in der Prüfungsphase in die Entscheidungen eingebunden werden und nicht erst nach einer Verkaufsentscheidung.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Wir wollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“
Voraussetzungen für einen möglichen neuen Verbund sind Lieferverträge, die die Beschäftigung am Standort Augsburg in seiner jetzigen Struktur absichern. Neugebauer: „Sollte das nicht verbindlich zugesagt werden, gibt es Ärger!“
Verwundert zeigte sich Neugebauer darüber, dass in den anderen betroffenen Bundesländern die Politik eindeutige industriepolitische Positionen bezogen hat, während von der Bayerischen Staatsregierung in dieser Frage nicht zu hören ist.
Neugebauer: „In den Regierungsjahren von Franz Josef Strauß hat Bayern eine Industriepolitik betrieben, die ganz bewusst auch auf die Luft- und Raumfahrt gesetzt hat – jetzt schweigt die Staatsregierung plötzlich zu diesem wichtigen industriepolitischen Gesichtspunkt. Wir erwarten von der Staatsregierung eine schnelle und klare Positionierung, immerhin geht es hier um tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze.“
EADS hat in Augsburg etwa 2 500 Beschäftigte. In Augsburg werden zu 70 Prozent Strukturkomponenten für den Airbus und zu 30 Prozent Rumpfmittelteile für den Eurofighter gefertigt.
Das Werk in Augsburg ist technologisch hervorragend aufgestellt und voll ausgelastet. Im Kompetenzzentrum Augsburg ist ein neues Verfahren für die schnellere und kostengünstigere Produktion von Kohlefaserteilen entwickelt worden. Dieses Verfahren kommt bereits serienmäßig für die Produktion von Wänden für die Landeklappenführung des A380 sowie bei der Herstellung des Rumpfmittelteils des Eurofighter zum Einsatz.



