Der Erste IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters äußerte auf einer Konferenz der Hans Böckler-Stiftung Überlegungen zu Situation und Zukunft der deutschen Unternehmensmitbestimmung.
Im Rahmen einer Mitbestimmungskonferenz trug Peters am 15. Mai in Bochum unter dem Titel "Erfolgsfaktor des Standortes Deutschland – und Eckpfeiler des europäischen Sozialmodells" vor und fasste gleich zu Beginn zusammen: "Es wird sicher niemanden überraschen, wenn ich gleich am Anfang sage: Die deutsche Mitbestimmung hat sich bewährt und sie ist zukunftstauglich!"
Als Begründung verwies Peters auf die Erfahrunngen in der Praxis, wo viele für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer positive Entscheidungen nur durch die Mitbestimmung auf der betrieblichen und der Unternehmensebene ermöglicht wurden: "Ohne die Mitbestimmung hätten die Unternehmen und manche Manager ihre soziale Verantwortung schlicht ignoriert."
"Chance zum Ausgleich"
Mitbestimmung bedeutet daher nach Überzeugung des IG Metall-Chefs "damals wie heute die Chance, den Ausgleich zu suchen und zu finden zwischen Wirtschaftlichkeit und Standortverantwortung, zwischen Kapitalinteressen und den Interessen der arbeitenden Menschen."
Vor diesem Hintergrund bleibt die Mitbestimmung ein nicht wegzudenkender Teil der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, die zudem Teil der sozialen und kulturellen Entwicklung Europas ist.
Neue Herausforderungen
Angesichts europäisch und global agierender Unternehmen steht das Prinzip dennoch vor neuen Herausforderungen, erhält doch die Beteiligung der Arbeitnehmer hier wachsende Bedeutung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Empfehlung der von der Regierung eingesetzten so genannten Biedenkopf-Kommission zur Modernisierung der deutschen Unternehmensmitbestimmung: Nach ihrer Ansicht, gestützt auf aktuelle Studien und neutrale Untersuchungen gibt es "keinen Grund, der Bundesregierung eine grundlegende Revision der deutschen Unternehmensmitbestimmung vorzuschlagen."


