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27.01.2006
Tarif und Betriebsratswahlen beherrschen Frühjahr 2006

(München) Die IG Metall Bayern geht gestärkt in die Tarifrunde 2006. Entgegen dem Bundestrend konnte die IG Metall einen Mitgliederzuwachs im abgelaufenen Jahr verzeichnen. Der Organisationsgrad in den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich um mehr als ein Prozent erhöht.

„Mehr als 17 000 Mitglieder sind im letzten Jahr in die IG Metall eingetreten. Das gibt uns Kraft und Elan für die Tarifrunde 2006,“ sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Besonders erfreut zeigte sich Neugebauer, da in allen Mitglieder-bereichen die IG Metall Bayern attraktiv ist. „Der Zuwachs erstreckt sich von den Angestellten bis zu den Jugendlichen. Mit über 42 500 Jugendlichen (rund 12 Prozent) ist die IG Metall Bayern der „jüngste“ IG Metall Bezirk.

2006 steht die IG Metall vor einer schwierigen Tarifauseinandersetzung, da einerseits die Mitglieder seit Jahren geringere reale Zuwächse bei den Einkommen verzeichnen und mehr auf dem Konto haben wollen. Andererseits wollen die Arbeitgerber nur ein Prozent Einkommenssteigerung zugestehen. „Wer so in eine Tarifrunde geht, provoziert einen raschen Konflikt“, so Neugebauer. Nach Ansicht des Gewerkschafters müssen die Beschäftigten auch am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Alleine die Produktivität wird sich in 2006 um fünf Prozent erhöhen. Gleichzeitig sinken die Lohnstückkosten seit Jahren und die Verbrauchspreise in der Metall- und Elektroindustrie steigen.

„Alle jammern über fehlende Inlandskaufkraft,“ sagte Neugebauer, „darum müssen wir die Einkommen deutlich erhöhen, um Kaufkraft zu schaffen.“ Wie notwendig das sei, zeige die internationale Statistik über die Reallohnentwicklung 1995 bis 2004. Hier rangiere Deutschland an letzter Stelle, mit 0,9 Prozent minus. aller 25 EU-Staaten. Zu dem hat die Lohnquote in der Metallverarbeitung einen historischen Tiefstand erreicht. Sie sank seit 1995 um fast sieben Prozent auf jetzt rund 17 Prozent, so Neugebauer. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft einen Rahmenvertrag zum Thema Qualifizierung und Innovation. Auch der Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen soll wieder in Kraft gesetzt werden.

Im Frühjahr stehen in den Bereichen Metall, Textil, Bekleidung, Holz und Elektro in über 1 800 Betrieben die turnusmäßigen Betriebsratswahlen an. Dazu wird die Gewerkschaft rund 25 000 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl als Arbeitnehmervertreter vorschlagen. Über 750 000 Beschäftigte sind aufgerufen bis April 2006 rund 13 500 Betriebsräte für eine vierjährige Amtszeit neu zu wählen. Um die neugewählten Betriebsratsmitglieder für ihre Aufgaben vorzubereiten, bietet die IG Metall in den nächsten Monaten mehr als 100 Seminare über die Arbeit und Aufgaben im Betriebsrat und deren rechtliche Grundlagen an.

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Tarifrunde 2012

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