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10.02.2007
Chance auf bis zu 1 000 zusätzliche Ausbildungsplätze

(Pressedienst 13/2007) Der VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie und die IG Metall Bayern haben eine Tarifvereinbarung unterzeichnet, deren Ziel es ist, bis zu 1 000 zusätzliche Ausbildungsplätze in der bayerischen M+E-Industrie zu schaffen. Für diese Auszubildenden gelten die gleichen Arbeitsbedingungen und Tarifverträge wie für die übrigen Auszubildenden.

Die Tarifvereinbarung sieht vor, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Betriebes im kommenden Ausbildungsjahr die tarifliche Ausbildungsvergütung für zusätzliche Lehrstellen teilen können. So schaffen die Tarifparteien der bayerischen M+E-Industrie einen Anreiz für die Unternehmen, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen.

 

Der Finanzierungsbeitrag durch die Arbeitnehmer erfolgt, indem die Beschäftigten einmalig auf einen geringen Teil der nächsten Tariferhöhung verzichten. Pro Mitarbeiter handelt es sich im Schnitt um 35 Euro, um die sich die in der kommenden Tarifrunde auszuhandelnde Tariferhöhung im Monat des Inkrafttretens reduziert. Die außertariflich beschäftigten Arbeitnehmer werden an diesem Beitrag entsprechend beteiligt. In den Folgemonaten wird dann die ausgehandelte Tariferhöhung in voller Höhe ausgezahlt. Die Arbeitgeber übernehmen die andere Hälfte der zusätzlichen tariflichen Ausbildungskosten.

 

Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, begrüßte die Chance auf zusätzliche Ausbildungsplätze und bedauerte gleichzeitig, dass immer mehr Betriebe sich ganz aus ihrer Verpflichtung zur Ausbildung zurückziehen. Neugebauer verwies auf die immer größer werdende Zahl der Jugendlichen, die in Warteschleifen abgedrängt werden. In Bayern sind derzeit 21 500 Jugendliche in Berufsschulen und warten auf einen Ausbildungsplatz.

 

Er forderte daher eine gesetzliche Umlagefinanzierung und ein staatliches Sofortprogramm für 50 000 zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsplätze, finanziert aus den Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit.

 

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Wir tun was für die Zukunft der Jugend. Mit diesem Tarifvertrag besteht die Chance 1 000 zusätzliche Ausbildungsplätze in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zu schaffen. Das entspricht 40 Hauptschulklassen à 25 Schülerinnen und Schülern. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass es uns bisher nicht gelungen ist, endlich die Betriebe in die Pflicht zu nehmen, die überhaupt nicht ausbilden.“

 

IG Metall und VBM wollen mit diesem Tarifvertrag auch ein politisches Zeichen setzen und hoffen, dass die Politik diese Steilvorlage aufgreift und nun ihrerseits Initiativen ergreift, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

 

Es bleibt bei der Forderung der IG Metall nach einer gesetzlichen Umlagefinanzierung. Betriebe, die nicht ausbilden, sollen sich wenigstens finanziell an den Kosten für betriebliche und überbetriebliche Ausbildung beteiligen. Auch Betriebe, die nicht ausbilden, brauchen in Zukunft qualifizierten und gut ausgebildeten Nachwuchs.

 

Werner Neugebauer: „Die Bauwirtschaft hat – unter erheblich schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – gezeigt, dass ein solches Umlagemodell funktioniert. Wir wissen, dass das gute Beispiel aus der Bauindustrie sich nicht kurzfristig verbreitern lässt.

 

Doch in der augenblicklichen Drucksituation brauchen wir ein kurzfristig wirkendes Sofortprogramm, das den Ausbildungsstellenmarkt schnell und spürbar entlastet.

 

Von der Politik erwarten wir deshalb, dass sie ein Sofortprogramm für zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsstellen auflegt. Mit einem winzigen Bruchteil des riesigen Überschusses bei der Bundesagentur für Arbeit von 11 Mrd. Euro könnte für 50 000 Jugendliche bundesweit und 5 000 Jugendliche in Bayern wieder eine berufliche Perspektive eröffnet werden. Das wäre eine Investition in die Zukunft unserer jungen Generation in Bayern und ist darüber hinaus langfristig gedachte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.“

 

 

Hinweis:

Die Eckpunkte des Verhandlungsergebnisses finden Sie in der Anlage.

 

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Tarifrunde 2012

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