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15.09.2009
IG Metall will ihre Struktur erneuern

"Wir wollen eine wachsende Gewerkschaft und stärker werden", sagte der Zweite Vorsitzender der IG Metall, Detlef Wetzel, in einem Zeitungsinterview. Die IG Metall will daher ihre Struktur erneuern und mehr Mittel für die Mitgliedergewinnung bereitstellen. Ein Projektteam unter Federführung von Wetzel hat dazu ein Diskussionspapier vorgelegt, mit dem der inhaltliche Rahmen abgesteckt werden soll.

"Für die Mitgliedergewinnung müssen mehr Ressourcen bereitgestellt werden", heißt es in dem Diskussionspapier des Projektteams "IG Metall 2009", aus dem die Frankfurter Rundschau zitiert. Mitgliederentwicklung als zentrales Erfolgskriterium sei der einzige Weg, um eine politische Organisation zu bleiben, sagt Wetzel in einem Interview mit der Zeitung: „Wenn wir immer kleiner werden, können wir in Betrieben und in der Tarifpolitik weniger durchsetzen und werden auf der politischen Ebene weniger ernst genommen. Irgendwann würden wir die Legitimation verlieren, für die Mehrheit der Beschäftigten zu sprechen. Das wollen wir verhindern.“ So sollten die 164 Verwaltungsstellen stärkere finanzielle Anreize für die Mitgliedergewinnung erhalten. Der IG-Metall-Vorstand solle dagegen verkleinert werden, auf drei oder maximal fünf Mitglieder. Bisher hat die IG Metall sieben geschäftsführende Vorstandsmitglieder. Zudem sollen in der Vorstandsverwaltung Ressorts zusammengelegt werden.

Von oben nach unten

Den Verdacht, es handele sich bei der geplanten Umorganisation um ein verkapptes Sparprogramm, weißt Wetzel zurück: „Durch die Organisationsreform soll kein Geld gespart werden, wir wollen Ressourcen anders verteilen, und zwar von oben nach unten.“ Personalabbau sei jedenfalls nicht das Ziel der IG Metall, so Wetzel. Allerdings sollten Doppelarbeiten noch besser als bisher vermieden werden und dadurch auch bisherige Aufgaben entfallen. Wetzel: „Wenn Aufgaben wegfallen, werden wir den Beschäftigten eine ganze Bandbreite an Angeboten machen, beispielsweise andere Arbeiten oder Qualifizierungen.“

Gleicher Service

Da es beim Service für die rund 2,3 Millionen Mitglieder ebenfalls keine Einschnitte geben soll, müssten die zusätzlichen Mittel für die Erschließungsaktivitäten durch eine Reduktion der Kosten an anderer Stelle, beispielsweise durch Effizienzsteigerungen, gegenfinanziert werden.

Verwaltungsstellen und Bezirke stärken

Auch Veränderungen an der Basis sind angedacht: So sollen die Verwaltungsstellen als die zentralen Anlaufstellen der Mitglieder mit mehr Ressourcen ausgestattet werden, indem sie künftig direkt von der Werbung neuer Mitglieder profitieren. Auch ist geplant, die einzelnen Bezirksleitungen in Zukunft stärker an den Entscheidungen des Vorstandes einzubinden.

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