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29.11.2007
Radikaler Konzernumbau bei Siemens
Zustimmung von IG Metall und Gesamtbetriebsrat

Der Aufsichtsrat der Siemens AG hat am Mittwoch in einer mehrstündigen Sitzung über den Konzernumbau beraten. Das Gremium hat die Pläne des Siemens-Vorstandschef Peter Löscher einstimmig abgesegnet. Damit wird der Vorstand verkleinert und zum Jahreswechsel eine neue Konzernstruktur eingeführt. IG Metall und Gesamtbetriebsrat zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen.

Siemens gliedert sein acht bisher weitgehend eigenständige geführte Bereiche, künftig in drei Sektoren mit insgesamt 15 Divisionen. Der Vorstand der Siemens AG wird an die neue Struktur des Unternehmens angepasst und zugleich von elf auf acht Mitglieder verkleinert. Die bisherige Unterscheidung von AG-Vorstand und Zentralvorstand entfällt.

 

Künftig werden dem Vorstand neben dem Vorsitzenden Peter Löscher die drei operativ verantwortlichen Chefs der Sektoren Energie, Industrie und Gesundheit angehören. Hinzu kommen die vier Vorstandsressorts Finanzen und Controlling, Personal und Compliance. Die drei letztgenannten Ressorts werden kombiniert mit gleichzeitiger Regionalverantwortung. Die neue Vorstandsstruktur und die Vorstandsneubestellungen werden zum 1. Januar 2008 wirksam.

 

In einem nächsten Schritt werden Anfang Dezember die Leiter der neuen Divisionen ernannt.

 

Erklärung von IG Metall und Gesamtbetriebsrat

Direkt im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung gab Berthold Huber, Erster Vorsitzende der IG Metall und Mitglied im Siemens-Aufsichtsrat eine erste Stellungnahme zu den Entscheidungen ab: "Siemens wird nicht zerschlagen oder durch Finanzinvestoren ausgeschlachtet werden. Herr Löscher hat an dieser Stelle in jeder Beziehung Wort gehalten. Die jetzt beschlossenen Strukturen sichern den Erhalt aller wesentlichen Bereiche. Angesichts dieser Umstände finden die Strukturveränderungen wie auch die damit verbundenen Personalentscheidungen die Zustimmung der IG Metall", erklärte Huber und ergänzte, das Siemens bleibe als weltweit führender, integrierter Konzern mit allen wesentlichen Bereichen erhalten bleibe sei offensichtlich auch das erklärte Ziel der Konzernspitze. „Bei Siemens leisten Tausende Menschen gute Arbeit. Siemens steht für ‚Made in Germany’. IG Metall und Betriebsräte wollen, dass dies so bleibt“, erklärte der Vorsitzende der IG Metall.

 

Die IG Metall-Vertreter im Aufsichtsrat seien weiterhin bereit, anstehende Veränderungen bei Siemens konstruktiv zu begleiten. Die Siemens-Führung habe zugesagt: alle Maßnahmen und Probleme würden offen zwischen der Unternehmensleitung, den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall kommuniziert. „Ein zweites BenQ darf und wird es nicht geben“, sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Heckmann. Das gelte auch dort, wo Probleme zu lösen seien, also vor allem für den Bereich Siemens Enterprise, ergänzte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Heckmann.

 

IG Metall und Gesamtbetriebsrat erwarten, dass alle Maßnahmen und Probleme im Zuge der jetzt anstehenden Umstrukturierungen offen zwischen Unternehmensführung, Betriebsräten und IG Metall beraten werden. Grundlage dafür sind die Flächentarifverträge der IG Metall. Siemens bleibt in der sozialen Verantwortung für die Auswirkungen der Veränderungen für die Beschäftigten. IG Metall und Gesamtbetriebsrat erwarten, dass die Folgen der Umstrukturierungen sozialverträglich gestaltet werden. „Wir nehmen den Siemens-Vorstand beim Wort: Ein Ausverkauf von Standorten und Entlassungen kommt nicht in Frage.

 

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