(Pressedienst 15/2007) Die IG Metall Bayern ist enttäuscht, dass es nun zur endgültigen Zerschlagung von BenQ Mobile kommt. Durch das Versagen des Siemens-Managements sowie risikoscheue Banken und Investoren und eine zu zögerliche Insolvenzverwaltung ist eine Zukunftstechnologie für Deutschland verloren gegangen.
Das Risiko zur Fortführung des Geschäftes wäre berechenbar gewesen. Aber Politiker, die zwar viel versprochen, aber wenig gehalten haben, Banken mit geringer Risikobereitschaft und ein konservativ und vorsichtig agierender Insolvenzverwalter waren nicht in der Lage, das Unternehmen zu retten. An den Beschäftigten hat es sicherlich nicht gelegen, diese sind ausgezeichnet qualifiziert und waren bis zuletzt hoch motiviert.
Nach den eklatanten Managementfehlern noch zu Zeiten von Siemens und einem Investor aus Taiwan, der offenbar die Schwierigkeiten unterschätzt hatte, sind die Beschäftigten zum wiederholten Mal Opfer falscher Entscheidungen geworden, die sie selber nicht beeinflussen konnten, unter deren Folgen sie aber nun zu leiden haben.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „In unverantwortlicher Art und Weise wurde den Beschäftigten durch Äußerungen von angebliche potentiellen Investoren in der Öffentlichkeit immer wieder Hoffnung auf den Erhalt von Arbeitsplätzen gemacht, ehe sich diese Glücksritter einer nach dem anderen sang- und klanglos aus dem Staub gemacht haben.“
Die Hauptursache für das endgültige Aus ist in den schweren Fehlern des Siemens-Managements zu suchen. In den Jahren 2002 bis 2005 wurden wesentliche Entwicklungen auf dem Handymarkt verschlafen und wichtige Marktsanteile gingen verloren. Innovative neue Handys waren bis zur Marktreife entwickelt, sind aber durch falsche und zu langsame Entscheidungen des Managements nie oder viel zu spät in Serie gegangen. Von diesen Fehlern hat sich das Unternehmen nie wieder erholt.
High-Tech-Produktion am Standort Deutschland wird damit zum wiederholten Male durch gravierende Fehler eines hoch dotierten Managements kaputt gemacht, bedauerte Neugebauer und verwies darauf, dass die Beschäftigten nun die Leidtragenden seien, wogegen sich die Verursacher durch üppige Gehälter, hohe Abfindungszahlungen oder gut dotierte neue Jobs längst ihr erstklassiges Leben gesichert haben.
Neugebauer: „BenQ-Siemens ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Standort Deutschland nicht durch die angeblich zu hohen Löhne - wie das die Arbeitgeber jetzt vor der Tarifrunde wieder behaupten - sondern wenn dann durch unfähiges Management gefährdet ist.“



