(Pressedienst, 11 / 2009) Im Zusammenhang mit der heute angemeldeten Insolvenz der Eisen- und Metallgießerei MTK in Kitzingen (ehemalige Sachs-Gießerei) hat der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, scharfe Kritik an der amerikanische Gießereigruppe MTI (Metal Technology Inc.) und den Banken geübt.
Neugebauer: „Durch unverantwortliche Zockerei der MTI und der beteiligten Banken, steht jetzt ein Betrieb mit 800 Beschäftigten und hochmodernen Produkten vor dem Aus.“
Besonders verärgert zeigte sich Neugebauer über die Haltung der Commerzbank, die selber mit mehreren Milliarden Euro der Steuerzahler gerettet wurde, sich aber nun weigert, das Geld weiterzugeben und endlich ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen.
Neugebauer: „Die oberschlauen Finanzartisten der Banken, die uns den ganze Schlamassel eingebrockt haben, machen jetzt auch noch systematisch Betriebe und Existenzen kaputt.“
Mitte 2005 wurde die Gießerei in Kitzingen an die amerikanische Gießereigruppe MTI verkauft. Der Käufer hat selbst kein Kapital eingebracht. Er installierte eine Holding, welche sich bei einer Bank ein Darlehen in Höhe des Kaufpreises von ungefähr 20 Millionen Euro nahm. Damit wurde der Verkäufer bezahlt. Die Kitzinger Gießerei war ab dem Zeitpunkt des Verkaufs für die Tilgung des Darlehens und die Zahlung der Zinsen verantwortlich. Alle Ergebnisse müssen an die Holding abgeführt werden. Somit hat die MTK-Belegschaft den Kaufpreis selbst erbracht.
Bis zum heutigen Tag wurden auch sämtliche Investitionen durch das Betriebsergebnis der MTK finanziert, also ebenfalls ausschließlich durch die Leistung der Belegschaft erbracht. Insgesamt summiert sich der Beitrag der Beschäftigten auf etwa 40 Millionen Euro. Der amerikanische „Käufer“ hat bisher keinen einzigen Cent bezahlt.
Ende 2008 war die MTK schuldenfrei. Durch die momentanen Auftragsrückgänge ist ein Liquiditätsproblem entstanden. Die Hausbanken (Commerzbank und HVB) haben die Beibehaltung der notwendigen Kreditlinie nur dann in Aussicht gestellt, wenn die amerikanische MTI Eigenkapital einbringt.
Aktuell geht es um 5.5 Millionen Euro gefordertes Eigenkapital durch MTI und ca. 2,5 Mio. Euro durch die Banken. Neugebauer: „Es ist ökonomischer Wahnsinn wegen einer solchen Summe einen Betrieb mit 800 Beschäftigten gegen die Wand zu fahren. Allein die Folgekosten einer möglichen Arbeitslosigkeit würden ein Vielfaches betragen.“
Neugebauer: „MTI, Commerzbank und HypoVereinsbank sind die Totengräber für Arbeitsplätze und Produkte, die bei den besten Adressen der bundesdeutschen Automobilindustrie präsent sind.“
Betroffen von der Insolvenz sind 800 Mitarbeiter, davon 41 Auszubildende.
Die MTK fertigt Module und Komponenten für Fahrwerk, Antrieb, Lenkung und Hydraulik in der Automobilindustrie. Hauptkunden sind ZF, ZF-Sachs, AUDI, VW und Daimler.


