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07.03.2008
„Frauen wollen endlich gute Arbeit und guten Lohn!“

In diesem Jahr finden in Bayern wieder zahlreiche Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag am 8. März statt, darunter Vorträge, Podiumsdiskussionen, Infobörsen, Kabaretts, Ausstellungen und Filme. Das Motto des diesjährigen Frauentages lautet: „Ich bin mehr wert!“ und greift damit die Beschäftigungs- und Entlohnungssituation vieler Frauen in der Bundesrepublik auf.

„Trotz guter schulischer und beruflicher Ausbildung finden sich Frauen vor allem in prekären Beschäftigungssituationen und/oder Teilzeitjobs wieder, ihre Arbeitsbedingungen sind stressig und ihre Entlohnung liegt noch immer deutlich unter der ihrer männlichen Kollegen.

 

Im Durchschnitt verdienen Frauen 23 Prozent weniger als Männer. Damit muß endlich Schluss sein!“ kritisierte Heide Langguth, stv. Vorsitzende des DGB Bayern.

 

Langguth führte Beispiele aus verschiedenen Branchen der bayerischen Wirtschaft auf, in denen das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern deutlich wird. Danach betrug der durchschnittliche Bruttostundenverdienst eines männlichen Arbeiters im produzierenden Gewerbe 16, 11 Euro, einer Arbeiterin dagegen nur 12,50 Euro; im Ernährungsgewerbe verdient der männliche Kollege 15, 06 Euro brutto in der Stunde, die Arbeiterin nur 11,32 und im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe hat der männliche Arbeiter 16, 96 Euro brutto, die Arbeiterin nur 11,99 Euro. Auch bei Angestellten gibt es noch immer eine beachtliche Differenz: verdient ein männlicher Angestellter im Kredit- und Versicherungsgewerbe durchschnittlich 3.761.- Euro brutto im Monat, so kommt seine Kollegin lediglich auf 2.913.- Euro brutto.

 

Nach den Einschätzungen von Langguth gibt es allerdings auch einige Lichtblicke. Bei der Herstellung von Kraftwagen/Kraftwagenmotoren haben sich beispielsweise die Löhne stärker angenähert und die Lohn-Differenz ist deutlich kleiner geworden. Ein Arbeiter in diesem Sektor erhält durchschnittlich 19,60 Euro brutto in der Stunde, eine Arbeiterin immerhin 18,00 Euro.

 

Noch schlecht sieht es dagegen für die Frauen mit den Verdiensten in prekären Beschäftigungsverhältnissen aus, wo auch in Bayern in vielen Bereichen lediglich Armutslöhne bezahlt werden. Langguth verwies auf den Artikel 169 der Bayerischen Verfassung, der ausdrücklich Mindestlöhne zulässt. „Die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung haben allesamt ihren Eid auf diese Verfassung abgelegt. Deshalb fordern wir sie auf, endlich auf Bundesebene initiativ zu werden und sich für einen gesetzlichen Mindestlohn einzusetzen“. Dieser würde vor allem auch für Frauen eine Haltelinie nach unten und Schutz vor weiterem Lohndumping bedeuten. Das ist in den Augen von Langguth nur ein allererster Schritt, dem weitere qualitative Verbesserungen folgen müssen. „Dazu muss sowohl ein Gesetz zur Gleichstellung in der Privatwirtschaft gehören, denn hier hat sich trotz aller vollmundigen Versprechen nicht allzu viel getan. Und wir brauchen, wie in skandinavischen Ländern längst üblich und gesetzlich festgelegt, eine Quotierung aller Aufsichts- und Verwaltungsratssitze in Unternehmen aber auch in den Gremien der Selbstverwaltung.“

 

Den Aufruf des DGB und eine Auswahl der Veranstaltungen in Bayern finden Sie im Anhang.

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