Der seit Monaten schwelende Konflikt um einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des IT-Dienstleisters EDS droht zu eskalieren. Wie die IG Metall und Ver.di als zuständige Gewerkschaften mitteilten, haben die Gewerkschaftsmitglieder unter den Beschäftigten in einer Urabstimmung über das weitere Vorgehen entschieden.
EDS hatte nach der Übernahme durch Hewlett Packard im Oktober letzten Jahres angekündigt bundesweit 864 der insgesamt etwa 3.400 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Mehrere Standorte sollen ganz geschlossen werden. Am EDS-Standort in Schweinfurt sollen über 42 Prozent der Stellen gestrichen werden. In Scheinfurt arbeiten bei EDS überwiegend ehemalige EDV Beschäftigte der SKF.
Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik die Aufnahme von Tarifverhandlungen über Beschäftigungssicherung und Gehaltserhöhungen durchsetzen, die von der Geschäftsführung bislang verweigert wurden.
Urabstimmungsergebnis am Freitag
Peter Kippes von der IG Metall Schweinfurt und dort für EDS zuständig, kündigt das bundesweite Urabstimmungsergebnis für den „späten Freitag-Nachmittag“ an.
Möglich wurde die Urabstimmung die in der Zeit vom 26. bis 29. Juni an allen deutschen Standorten der EDS stattfindet, aufgrund einer klaren Beschlusslage beider Gewerkschaftsvorstände. Die Tarifkommissionen hatten vorher einhellig das Scheitern der bisherigen Verhandlungen erklärt. Jetzt bleiben den Unternehmensverantwortlichen nur noch wenige Stunden, wenn ein Streik doch noch verhindert werden soll. Für Peter Kippes ist die bisherige Taktik von EDS kaum nachvollziehbar: „Am Anfang hat man die Beschäftigten nach meiner Einschätzung auf Seiten der Geschäftsführung eh nicht ernst genommen. Als dann die Nachricht von der Übernahme des Unternehmens durch Hewlett Packard dazu kam, haben sich die Verantwortlichen von EDS in „vorauseilendem Gehorsam“ gegen die neuen „Herren“„eingegraben“ und keinen Millimeter Positionswechsel mehr vorgenommen“. Die IG Metall und Ver.di hätten sich demgegenüber immer gesprächsbereit gezeigt und die eigene Strategie den veränderten Gegebenheiten angepasst.
Auswirkungen auf Kunden
EDS ignoriere welche Risiken ein Arbeitskampf auch für die Geschäftsführung berge. EDS gefährde so bewusst Services und Kundenaufträge.
Ein drohender Streik in Schweinfurt könnte zum Beispiel konkrete Auswirkungen auf die Geschäfte des Hauptkunden, die SKF GmbH haben. Über die genaue Streiktaktik macht die IG Metall erwartungsgemäß im Moment keine genauen Angaben. Laut Peter Kippes, dem 2. Bevollmächtigten der IG Metall Schweinfurt, sei aber in jedem Fall eine Beteiligung der Schweinfurter Kolleginnen und Kollegen sicher. Und dann sei eben alles an Konsequenzen möglich, die durch eine eingeschränkte EDV denkbar seien.



