(München) Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen in Bayern beantragt die Tarifkommission beim Vorstand der IG Metall das Scheitern der Verhandlung und die Urabstimmung für das Tarifgebiet der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zu genehmigen.
„Wir sind gut gerüstet. Die ökonomische Situation ist in Bayern hervorragend und die organisatorischen Vorbereitungen für ein flexibles und schlagkräftiges Streikkonzept sind abgeschlossen“, sagte Richard Polzmacher, Tarifkoordinator der IG Metall Bayern.
Enttäuscht zeigte sich Polzmacher vom Verhalten des bayerischen Arbeitgeberverbandes, der sonst sehr viel Wert legt, einen eigenen bayerischen Weg zu gehen. Davon habe er nichts bemerkt. Im Gegenteil. Sie seien stramme Gefolgsleute von Gesamtmetall.
Die große Tarifkommission für die bayerische Metall- und Elektroindustrie bezeichnet das sture Verhalten der Arbeitgeber als Provokation für die Arbeiter, Angestellten und Auszubildenden in den Betrieben. „Die Leute leisten viel und sie stellen hervorragende Produkte her. Das muss sich auch auf dem Konto entsprechend niederschlagen“, sagte Polzmacher. Mit überwältigender Mehrheit hat die IG Metall Tarifkommission Bayern dem Antrag auf Urabstimmung zugestimmt und fordert den Vorstand auf, wenn bis zum 25. April kein akzeptables Ergebnis vorliegt, dem Antrag aus Bayern zur Durchführung von Urabstimmung und Streik stattzugeben.
Nach einer sehr intensiven Vorbereitung in den Betrieben und vor Ort ist die IG Metall Bayern für eine unbefristete Auseinandersetzung im Tarifkonflikt gut gerüstet. In einer bisherigen Bilanz stellt die IG Metall fest, dass sich bis zum heutigen Tage 145 000 an Warnstreiks beteiligt haben. Die IG Metall wird deshalb in den kommenden beiden Tagen den Druck auf den Arbeitgeberverband erhöhen. Die IG Metall Bayern erwartet morgen über 50 000 Streikende und am Freitag noch einmal 20 000. „Hoffentlich begreifen die Arbeitgeber, dass es die Arbeitnehmer mit einem akzeptablen Tarifabschluss ernst meinen.“
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent höhere Einkommen, 40 Euro monatlich mehr für Auszubildende, die Wiederinkraftsetzung der Vermögenswirksamen Leistungen, sowie tarifliche Rahmenregelungen zur Qualifikation und Innovation.


