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09.03.2009
Tarifverhandlungen Textil: IG Metall fordert verhandlungsfähiges Angebot

Zu Beginn der vierten Tarifverhandlung für die Beschäftigen der westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie in Gladbeck hat die IG Metall die Arbeitgeber aufgefordert, ein „verhandlungsfähiges Angebot“ zu unterbreiten.

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„Es gibt tarifliche Stellschrauben, die einen akzeptablen Kompromiss ermöglichen würden,“ sagte das für Tarifpolitik zuständige geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Helga Schwitzer, am Montag in Frankfurt. Statt weiter auf Eskalation zu setzen, gelte es, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen, die die Leistungen der Beschäftigten würdige. Seit dem 1. März haben über 7 000 Beschäftigte der Branche mit Warnstreiks für ihre Forderung Druck gemacht. "Die gute Beteiligung zeigt, dass der Ärger bei den Beschäftigten über die Zumutungen der Arbeitgeber groß ist", sagte Schwitzer.

Die Arbeitgeber haben bislang sechs Nullmonate, sechs verschiebbare Einmalzahlungen von je 20 Euro und danach eine ebenfalls verschiebbare Entgelterhöhung in Höhe von 1,5 Prozent angeboten. „Im Extremfall heißt das für zwei Jahre keinerlei Erhöhung der Entgelte“, sagte Schwitzer. Die Gewerkschafterin warf den Arbeitgebern vor, darauf zu bauen, dass die Beschäftigten ohne zu murren in der Tarifrunde die Zeche für eine Krise zahlen, die sie gar nicht verschuldet hätten. „Das können sie sich abschminken."

Schwitzer wies darauf hin, dass die Löhne in der Textil- und Bekleidungsindustrie das Schlusslicht im verarbeitenden Gewerbe bildeten. „Die Krise darf nicht dazu führen, dass das Schlusslicht irgendwann gar nicht mehr zu sehen ist“, sagte Schwitzer. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent sowie eine Vereinbarung über die zukünftige Ausgestaltung der Altersteilzeit und eine verbindliche Regelung zur Übernahme der Ausgebildeten. Der derzeit gültige Tarifvertrag ist zum 28. Februar 2009 ausgelaufen. In der Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiten bundesweit rund 100 000 Beschäftigte.

Dateien:
Tarifinfo_Textil_Nr._5.pdf
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