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24.03.2006
Arbeitgeber müssen Versorgung mit Ausbildungsplätzen sicherstellen

(Würzburg, 24.03.2006) Die IG Metall Bayern begrüßt die Initiative der bayerischen Metallarbeitgeber, mehr betriebliche Ausbildungsplätze schaffen zu wollen.

„Wenn es keine tarifpolitische Luftnummer ist, dann müssen die Betriebe in Vorleistung treten und nicht die Auszubildenden durch Einfrieren ihrer Vergütung“, sagte Richard Polzmacher, Tarifkoordinator der IG Metall Bayern, bei der dritten bayerischen Metall-Verhandlungsrunde in Würzburg.

Sicher können wir über einen Beitrag zur Schaffung von ausreichend zur Verfügung gestellten Ausbildungsplätzen in der nächsten Tarifrunde reden. Jedoch müssten die Arbeitgeber zuerst beweisen, dass fünf Prozent mehr Betriebe ausbilden und eine regionale Versorgung in allen Bezirken der Arbeitsagentur erreicht werden. Für die IG Metall hat das Bundesverfassungsgericht die Messlatte für die „Grundversorgung“ mit einem Ausbildungsplatzangebot von 112,5 Prozent definiert.

Mit Ablehnen einer tariflichen Rahmenregelung für bezahlte Freistellung zur systematischen betrieblichen Weiterbildung soll das „bildungspolitische Wursteln nach Gutsherrenart“ weiter praktiziert werden. Statt die Belegschaften fit für die Zukunft zu machen, profitieren weiter die besser qualifizierten Beschäftigten und die „in unteren Einkommensgruppen schauen mit dem Ofenrohr in Gebirge“.

Statt dem gemeinsamen Anliegen, die Innovation in den Betrieben gemeinsam mit den betrieblichen Arbeitnehmervertretern voranzutreiben, um mittel- und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, lehnen die Arbeitgeber jede „Einmischung in ihre Entscheidungen ab“. Polzmacher: „Betriebsräte haben Ideen und können mit den Belegschaften vieles für die betriebliche Weiterentwicklung leisten“. Sie sind nicht Blockierer, sondern Garant, dass das Umsetzen von Innovationen Arbeitplätze zukunftssicher macht. Darum fordert die IG Metall einen jährlichen Bericht über Neu- und Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen, Anwendung innovativer Arbeitsorganisation, zum Beispiel Gruppen- bis Projektarbeit, Abbau von Hierarchien, Aktivitäten zur Qualitätsverbesserung, Ressourcenschonung, Energieeffizienz, Ideenmanagement. „Wer die Arbeitnehmerbeteiligung links liegen lässt, verschleudert ungeheuere Ressourcen.

Da erneut kein materielles Tarifangebot vorgelegt wurde, ist die IG Metall Bayern enttäuscht. „Offenbar steuert der Arbeitgeberverband mit der Verzögerungstaktik schnurgerade einen Konflikt an.

Die IG Metall Bayern fordert für die 710 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um fünf Prozent sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 40 € monatlich pro Ausbildungsjahr. Zudem sollen die Themen Innovation und Qualifizierung tariflich geregelt und der Tarifvertrag über Vermögenswirksame Leistungen wieder in Kraft gesetzt wird.

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