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09.12.2008
Verhandlungen über neuen Manteltarifvertrag für die Holz- und Kunstoffverarbeitende Industrie

Heute findet die erste Verhandlungsrunde zu einem neuen Manteltarifvertrag für die Holz- und Kunstoffverarbeitende Industrie in Bayern statt. Die Wunschliste der Arbeitgeber ist lang, kurz zusammengefasst wollen sie, dass die Beschäftigten länger arbeiten und dafür weniger verdienen.

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Arbeit für umsonst

Sie wollen, dass in den Betrieben bis zu 40 Stunden gearbeitet werden kann – ohne Lohnausgleich. Das heißt: Ist genug Arbeit da, sollen die Kolleginnen und Kollegen fünf Stunden in der Woche gratis arbeiten. Gehen die Geschäfte nicht so gut, soll die Arbeitszeit auf bis zu 30 Stunden in der Woche abgesenkt werden können. Bezahlt werden nach den Vorstellungen der Unternehmer in diesem Fall nur die 30 Stunden.

Weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld - oder auch gar keines

Auch die Sonderzahlungen, also das Weihnachts- und das Urlaubsgeld, sollen abgesenkt werden. Die Arbeitgeber wollen die beiden Zahlungen zu „einem vollen Monatslohn“ zusammenfassen. Was gut klingt, heißt in der Praxis: Die Sonderzahlungen werden um bis zu 40 Prozent zusammengestrichen. Darüber hinaus wollen die Unternehmer die Sonderzahlung auch noch flexibel gestalten. Der Betrieb soll damit die Möglichkeit erhalten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld bis auf Null abzusenken.

Johann Schredl, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern: „Die Fronarbeit für Bauern wurde im 19 Jahrhundert abgeschafft. Die Arbeitgeber der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie in Bayern wollen jetzt für ihre Beschäftigten die Wiedereinführung. Wenn es nach den Arbeitgebern geht, sollen die Beschäftigten ab nächstem Jahr fünf Stunden unbezahlt pro Woche arbeiten. Als Ausgleich kann dann das Weihnachtsgeld gekürzt werden.“

Forderungen der IG Metall

Die Tarifverträge wurden durch die Arbeitgeber gekündigt, das heißt aber natürlich nicht, dass die IG Metall ihrerseits ohne Forderungen in diese Verhandlungsrunde gehen würde. Die IG Metall will, dass die tarifliche Sonderzahlung zum Jahresende (Weihnachtsgeld) in einem Stufenplan auf 100 Prozent erhöht werden.

 Für den Manteltarifvertrag fordert die IG Metall:

  • Der Zuschlag für Schichtarbeit soll ab 6:00 Uhr bezahlt werden.
  • Der Zuschlag für Nachtschichtarbeit in der Zeit von 20:00 Uhr bis 6:00 Uhr soll von 20 Prozent auf 25 Prozent erhöht werden.
  • Beschäftigte in Drei- und Mehrschichten sollen einen Sonn- und Feiertagszuschlag erhalten.
  • Arbeitnehmer haben ab dem 60. Lebensjahr den Anspruch, auf eigenen Wunsch, nicht mehr in Nachtschicht zu arbeiten.
  • Leiharbeit ist im Manteltarifvertrag zu regeln, mit dem Ziel gleicher Arbeits- und Einkommensbedingungen. Die Leiharbeitnehmer sind nach einer Frist von 3 Monaten in ein festes Arbeitsverhältnis bei der Entleihfirma zu übernehmen.
  • Mitglieder der gewerkschaftlichen Tarifkommission haben Anspruch auf Freistellung und Lohnfortzahlung bei Sitzungen der Tarifkommission.
  • Der Manteltarifvertrag soll um eine Prämienregelung erweitert werden, analog dem Tarifvertrag über Prämienregelung für gewerbliche ArbeitnehmerInnen in Betrieben der Holzindustrie und des Serienmöbelhandwerks in Westfalen-Lippe.

Die erste Verhandlungsrunde findet heute, Dienstag den 9. Dezember 2008 in München statt, weitere Termine sind bisher nicht vereinbart.

Dateien:
081205hvi3-08.pdf
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Tarifrunde 2012

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