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17.05.2009
Neue Hoffnung bei Mahle

Die Geschäftsführung der Mahle GmbH hatte beschlossen, den Standort im unterfränkischen Alzenau zu schließen. Seit Wochen kämpfen die 424 Beschäftigten und 12 Auszubildende um den Erhalt ihres Standorts. Jetzt ist möglicherweise eine Wende in Sicht. „Die Entwürfe, die die Schließung beinhalten, sind weg“, sagte der IG Metall-Bevollmächtigte Herbert Reitz in Aschaffenburg.

Bei Mahle in Alzenau gibt es einen gültigen Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag über dessen Weiterführung seit neun Monaten verhandelt wird. Am 24. März dieses Jahres hatte die Geschäftsführung dann völlig überraschend die Verhandlungen für gescheitert erklärt und zugleich die Schließung des Standortes beschlossen.

Verhandlungen gehen weiter

Reitz hatte am Donnerstag mit der Konzernleitung in Stuttgart verhandelt. Die Verhandlungen sollen am Montag fortgesetzt werden. Unterschrieben ist noch nichts. Mit der Konzernleitung in Stuttgart wurde zudem darüber diskutiert, in den kommenden zwei Jahren keine Kündigung auszusprechen.

Seit Wochen kämpft die Belegschaft für den Erhalt des Standortes, in der Region erhalten sie dabei viel Unterstützung von Politik, Kirchen, Parteien, Verbänden und Bevölkerung. Am Donnerstag kam es zu einer spontanen Betriebsversammlung und in der Folge zu einer Belagerung der Werkskantine. Die komplette Produktion stand still. Die Beschäftigten brachen diese Aktion am Freitagabend ab, nachdem das Management mit Entlassungen wegen "wilder Streiks" gedroht hatte. Es seien Listen über die Teilnehmer erstellt worden. Die Beschäftigten bekämen schriftliche Abmahnungen, sagte eine Mahle-Sprecherin.

Betriebsversammlung mit Werner Neugebauer

Über die weitere Vorgehensweise wurde am Samstagabend zweieinhalb Stunden lang auf einer Betriebsversammlung mit Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer beraten, der dazu nach Alzenau kam. Danach stand fest: Am Montag wird wieder produziert. Man habe sich entschlossen, in der kommenden Woche den Weg für Verhandlungen wieder frei zu machen, sagte Betriebsratsvorsitzender Dieter Wissel am Sonntagvormittag dem Bayerischen Rundfunk.

„Wir sind auf einem einigermaßen guten Weg, sagte Neugebauer gegenüber dem Bayerischen Fernsehen, „aber die Messe ist noch nicht gelesen. Es werden weitere Verhandlungen stattfinden. Und es bleibt dabei, die Menschen hier – das ist die Botschaft – werden weiter um die Arbeitsplätze kämpfen.

Am Montag wird es um 6 Uhr die Betriebsversammlung fortgesetzt, anschließend wird Produktion wieder aufgenommen. Ab 10 Uhr werden in Stuttgart, dem Hauptsitz des Kolbenherstellers, die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmensspitze weitergehen.

An dem Standort werden unter anderem Autokolben gefertigt. Das Werk arbeitet nach Angaben der Mahle-Zentrale seit Jahren nicht mehr kostendeckend. Der Betriebsrat geht davon aus, dass die Produktion nach Polen ausgelagert werden soll.

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