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16.03.2006
Verhandlungsfähiges Angebot muss auf den Tisch

(Fürth) Für die IG Metall Bayern ist in dieser Tarifrunde klar, die Binnenwirtschaft braucht neuen Schwung. „Höhere Löhne sind schon deshalb wichtig, um dem schwachen privaten Konsum auf die Beine zu helfen. Das bringt direkte Nachfrage für den Konsum und damit auch indirekte Nachfrage für die Vorleistungs- und Investitionsgüterbranchen der Metallindustrie.“

Dies erklärte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, bei der Tagung der Großen Tarifkommission für die bayerische Metall- und Elektroindustrie in Fürth.

Die bayerischen Metallarbeitgeber sollten sich nicht ständig hinter anderen Verbänden verstecken und ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. „Das Gerede von einem Prozent Verteilungsspielraum ist ökonomischer Unsinn und wird durch Wiederholen nicht richtiger“.Statt der erhofften schnellen Lösung am Verhandlungstisch, praktizieren die Arbeitgeber die von ihnen kritisierten „Verhandlungsrituale“. Nicht ellenlange ökonomische Begründungen lösen den Tarifkonflikt, sondern zielführende Tarifverhandlungen, stellt Bayerns IG Metall-Bezirksleiter fest.

In den letzten Jahren ist die Entwicklung der Löhne hinter der Gewinnentwicklung zurückgeblieben. Damit die verteilungspolitischen Ungleichgewichte nicht noch größer werden, müssen die Löhne mindestens so schnell wie Produktivität und Preise steigen. Das fördert auch das Wachstum. Neugebauer: „Die wirtschaftliche Situation in der Metallindustrie ist deutlich besser, als in der Gesamtwirtschaft. Da hilft auch das geschäftsmäßige Jammern der Verbandsfunktionäre nichts. Die Fakten sind anders. Sie sprechen alle für eine kräftige Lohnerhöhung“.

Gerade die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist international gut aufgestellt. Die Exportnachfrage hält nach wie vor an. Sie sorgt in fast allen Metallbranchen für eine gute Auftragslage und Erlöse. „Bayerns Metall- und Elektroindustrie ist deshalb die ökonomische Lokomotive“.

Neugebauer: „Die geforderten Einkommenserhöhungen sind von der Metallindustrie finanzierbar“. Die Lohnstückkosten sind in den letzten Jahren gefallen. Das hat die Finanzsituation der Metallunternehmen verbessert. Trotzdem sind Investitionen und zusätzliche Arbeitsplätze ausgeblieben.Für den Gewerkschafter haben die Tarifparteien eine Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Frieden. Allerdings kann die Lohnpolitik allein die binnenwirtschaftlichen Probleme nicht lösen. Dazu ist ein optimales Zusammenspiel von Finanzpolitik wie zusätzliche staatliche Nachfrage, Geldpolitik mit niedrigen Zinsen und eine Lohnpolitik, die die Beschäftigten an der jährlich steigenden Mehrleistung durch Produktivität beteiligt, erforderlich.

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