(Pressedienst 38 / 2007) Scharf kritisiert hat der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, die Position der bayerischen Arbeitgeber zur Rente mit 67.
„Die Rente mit 67 stabilisiert die Massenarbeitslosigkeit, bedeutet Rentenkürzung und wird in vielen Fällen zu Altersarmut führen. Rente mit 67 heißt arbeiten bis zum Umfallen und verbaut tausenden jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben“, sagte Neugebauer beim Kongress „Altersvorsorge“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) am Mittwoch in München.
Beim diesem Kongress hatten die Bayerischen Arbeitgeber heute in München u.a. gefordert, die gesetzliche Rentenversicherung auf eine Grundversorgung zurückzuführen und alle Ausnahmereglungen zur Rente mit 67 kategorisch abgelehnt.
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen Abschläge in Kauf nehmen, um früher in Rente gehen zu können; im Gegenzug werden die Unternehmen bereichert. Sie werden durch geringere Rentenversicherungsbeiträge und somit geringere Arbeitskosten entlastet.
Der Großteil der Beschäftigten hält die Arbeit schon jetzt nicht bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres durch. Nur 40 Prozent der heute über 55-Jährigen sind noch erwerbstätig. Die Möglichkeit nach 45 Versicherungsjahren auch künftig mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können ist keine Alternative. Derzeit erfüllen nur 21,5 Prozent der Männer und 4,2 Prozent der Frauen die rentenrechtliche Voraussetzung von 45 Arbeitsjahren.
Die wirklichen Probleme der Alterssicherung liegen in der Massenarbeitslosigkeit und der zunehmenden Prekarisierung der Arbeit, der sinkenden Lohnquote, politisch bedingten Einnahmeausfällen bei Fiskus und Sozialkassen, in der Privilegierung einzelner Bevölkerungsgruppen durch spezielle Versorgungssysteme und dem unzureichenden Leistungsniveau: Länger als 34 Jahre muss ein sozialversicherungspflichtiges Durchschnittseinkommen bezogen werden, um eine Rente zu erhalten, die über dem Existenzminimum liegt.
Eine Erhöhung der Rentenbeiträge darf kein Tabu sein, sagte Neugebauer: „Um 0,5 Prozentpunkte höhere Beiträge, also 0,25 für Beschäftigte und 0,25 für Arbeitgeber bis zum Jahr 2029 können die Rente mit 67 verhindern. Selbstständige, Freiberufler, Politiker und künftige Beamte müssen schrittweise in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Wir brauchen eine Erwerbstätigenversicherung!“
Die IG Metall wird ihren Widerstand gegen die Rente mit 67 weiter forcieren und diese Frage auch zum Thema im nächsten Bundestagswahlkampf machen.



