Nach intensiven Verhandlungen haben sich die IG Metall Ingolstadt und Continental Temic auf einen neuen Ergänzungstarifvertrag geeinigt. Der Vertrag sichert die Arbeitsplätze bei Conti Temic in Ingolstadt für weitere 5 Jahre. Außerdem wurden Investitionen in neue Themenfelder und eine Absenkungen der Arbeitszeit ab Mitte 2013 beschlossen.
Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen
Ab 1.1.2011 gilt ein neuer Vertrag zwischen dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. (VBM) und der IG Metall Bayern (IGM) für den Standort der Continental Temic in Ingolstadt. Mit dem Ergänzungstarifvertrag verpflichtet sich Continental Temic ab Januar 2011 zu Investitionen in Höhe von 28,9 Mio. Euro für das Werk. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 31.12. 2014 ausgeschlossen.
Als Gegenleistung wird die ursprünglich Ende 2010 auslaufende Vereinbarung über eine Erhöhung der Arbeitszeit um 3 Stunden (38 Stunden pro Woche) noch bis 30.6.2013 beibehalten. Danach verringert sich die wöchentliche Arbeitszeit um 30 Minuten auf 37,5 Stunden. Eine weiter Verkürzung der Arbeitszeit auf 37 Stunden ist vereinbart und vom erreichen konkreter Umsatzzahlen abhängig.
Bereits 2006 wurde in einem Tarifvertrag für das Conti Werk Investitionen, dafür im Gegenzug Beschäftigungssicherung vereinbart. Die Arbeitszeit wurde in zwei Stufen von 35 auf aktuell 38 Stunden angehoben. Der Vertrag läuft noch bis Ende 2010.
Selbst erhebliche Veränderungen aufgrund des Kaufes der SIEMEMS VDO durch den Mutterkonzern Continental konnte die aktuell noch geltende Vereinbarung auffangen.
Umfangreiche, ursprünglich nicht geplante Umstrukturierungen, Zusammenlegungen und Verlagerungen überwiegend an den, jetzt neuen Continental Standort Regensburg, führten, dank des Tarifvertrages, nicht zu Entlassungen.
Als Ausgleich für die abgezogenen Aufgaben wurde zum 01.01.2009 die CES&P GmbH in Ingolstadt neu installiert. Die Tochtergesellschaft der Conti TEMIC, bietet Entwicklungsarbeiten als Dienstleistung auch externen Kunden an. Allen Betroffenen erhielten einen gleichwertigen Arbeitsplatz. Die IG Metall konnte eine Tarifbindung erreichen.
„Es war 2006 schon bitter einen Vertrag zu unterzeichnen der eine längere Arbeitszeit vorsah. Heute kann ich feststellen, die Vereinbarung hat gehalten. Die Investitionen kamen wie vereinbart, die Beschäftigung ist gesichert und das selbst in turbulenten Zeiten.“ So Johann Horn erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt.
Umfangreiche Zukunftsinvestitionen
Mit dem jetzt vereinbarten weiteren Ergänzungstarifvertrag ab 2011 hat sich das Unternehmen wieder zu umfangreichen Investitionen verpflichtet. Das Werk in Ingolstadt bekommt völlig neue Themenfelder und damit einen anderen Schwerpunkt.
Mit einem Kamerasystem wird Elektronik mit Optik kombiniert. Bei den Komfortbaugruppen handelt es sich unter anderen um die Ansteuerungen der mit Druckluft versorgten fahrdynamischen Autositze. Hier wird Elektronik mit Pneumatik eng miteinander verbunden.
Angesichts der entstandenen Synergieeffekte durch den Kauf von SIEMENS VDO und der Automobilkrise entstand 2008 für den Standort Ingolstadt eine gewaltige Herausforderung, betont der Betriebsratsvorsitzende Erwin Wörle. „Mit den bereits durchgeführten und vereinbarten Maßnahmen, hat Conti in Ingolstadt Substanz aufgebaut und nachhaltige Beschäftigungsperspektiven erreicht.“
Verbesserungen für Leiharbeiter
Im Zuge der Tarifverhandlungen konnte auch erreicht werden das Leiharbeiter pro Tag einen Extrabonus von 10€ erhalten. Betriebsrat und Unternehmen einigten sich auf einen maximalen Anteil von Leiharbeitern, bezogen auf die Gesamtbeschäftigung am Standort, von etwa 4 Prozent.
Insgesamt zufrieden zeigt sich auch die IG Metall Ingolstadt, schließlich sei es gelungen ab Juli 2013 die Arbeitszeit wieder abzusenken.“ Das ist ein wichtiges Signal, ein erster wenn auch kleiner Schritt in die richte Richtung“.




