(Fürth) Betriebsratswahlen und Tarifpolitik sind die Schwerpunkte bei einer Vertrauensleutetagung der IG Metall Bayern in der Fürther Stadthalle. Insbesondere geht es um die Vorbereitung der Tarifrunde 2006, Einführung des neuen gemeinsamen Tarifvertrags für Angestellte und Arbeiter (ERA), um demografische Tarifpolitik für älter werdende Belegschaften und die Vorarbeiten für die Betriebsratswahlen im kommenden Frühjahr.
„Der Trend zu mehr Geld bei der Tarifforderung zeichnet sich schon ab, da auf vielen Konten Ebbe herrscht“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Daneben können weitere Themen auf der Tarifagenda stehen: Qualifizierung und Innovation, Umbau der Vermögenswirksamen Leistungen als Baustein für die betriebliche Alterversorgung. Die geltende Altersteilzeitregelung läuft 2009 aus. Über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit diskutiert derzeit die Politik. Deshalb muss die IG Metall über altersgerechte Arbeitsbedingungen in den Betrieben und Verwaltungen diskutieren, Vorstellungen sowie Konzepte dafür entwickeln. „Wer glaubt 65-Jährige könnten unter Vorgabezeiten für 25-Jährige arbeiten, der irrt gewaltig“, so Neugebauer. IG Metall und Wirtschaft müssen Lösungen finden, damit in einer alternden Gesellschaft alle Beschäftigten bis zum Rentenbeginn, ihre Leistungen am Arbeitplatz erbringen können. „Das heißt sicher ändern und umgestalten von Arbeits- und Leistungsbedingen – eine große Herausforderung für alle Beteiligten“. Auch betriebliche „Ausgleitmodelle“ mit tariflicher und gesetzlicher Unterstützung werden notwendig sein. So könnten leistungsein-geschränkte und gesundheitlich angeschlagene Arbeitnehmer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden. „Wir sind erst am Anfang einer wichtigen Debatte“, stellte Gewerkschafter Neugebauer fest. Mit dem Gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) ist ein Meilenstein in der Tarifgeschichte erreicht worden. „Endlich wird vergleichbare Tätigkeit gleich bezahlt, unabhängig davon, wer sie im Betrieb verrichtet“. Dieses neue Tarifsystem kann ab sofort in den Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie eingeführt werden. Spätestens 2009 gilt es für alle Betriebe. Für die Betriebsratswahlen 2006 beginnen jetzt die Vorbereitungen. Im Frühjahr werden in rund 1 800 Betrieben der Branchen Metall, Elektro, Textil, Bekleidung, Holz und Kunststoff über eine Million Beschäftigte ihre Vertretungen wählen. Bei dieser Konferenz ehrte die IG Metall Bayerns beste Werber. So konnte Bezirksleiter Werner Neugebauer 23 Erfolgreiche mit einer Metallskulptur und Urkunde für ihr hausragendes Engagement auszeichnen. Neugebauer: „Wir haben in den letzten Monaten wieder Mitgliederzuwächse. Die Bilanz ist positiv“. Besonders stolz sei er auf die Zugänge im Jugendbereich. „Wir sind der `jüngste` Bezirk der IG Metall.


