IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner hat die aktuelle Bilanz des Ausbildungspaktes als "nachweislich falsch" bezeichnet: "Die Zahlen des Ausbildungspaktes zum Vermittlungsjahr 2009 sind frisiert und spiegeln nicht die Realitäten bei der Ausbildung wider", sagte Görner. Auch die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock hat die aktuelle Bilanz des Ausbildungspaktes kritisiert.
"Der Ausbildungspakt präsentiert uns heute wieder eine frisierte Bilanz. Frei nach dem Motto ‚Es kann nicht sein, was nicht sein darf’ wird die Statistik schön gerechnet. So wird die wahre Lage auf dem Ausbildungsmarkt systematisch verschleiert", sagte Sehrbrock. Das Ergebnis der geschönten Statistik: Während der Pakt Jahr für Jahr eine entspannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt verkündet, haben 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung. Das sind 15 Prozent dieser Altersgruppe. "Angesichts solcher Zahlen zu behaupten, jeder ausbildungswillige und -fähige junge Mensch bekomme einen Ausbildungsplatz, ist schlicht zynisch".
Nach Berechnungen der Gewerkschaften und des Bundesinstituts für Berufsbildung waren Ende September 2009 noch rund 83.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Die Partner des Ausbildungspaktes rechnen dagegen nur mit 9.600 unversorgten Bewerbern.
Rückgang um 36.200 Ausbildungsplätze
Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist im Krisenjahr um 36.200 oder 7,1 Prozent zurückgegangen. "Das Ziel, das Ausbildungsniveau von 2008 auch in 2009 zu halten, ist damit nicht erreicht worden", sagte Görner. In den neuen Bundesländern ist der Rückgang mit 14,5 Prozent sogar doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern.
Nach Berechnungen der IG Metall haben die Betriebe auch im Bereich der Fertigungsberufe die Nachfrage nicht befriedigen können. Den 190.000 Bewerbern standen 179.000 Angebote gegenüber. Der Rückgang an Ausbildungsstellen lag mit 9,3 Prozent deutlich über dem Durchschnittswert aller Ausbildungsberufe von 7,1 Prozent. "Angesichts des steigenden Qualifikationsbedarfs im gewerblich-technischen Bereich nach Facharbeitern und Ingenieuren ist das Ergebnis enttäuschend und wird den Zukunftserwartungen der Branchen nicht gerecht", sagte die Gewerkschafterin.


