Eine entscheidende Voraussetzung für einen weiteren Aufschwung in Europa ist eine Lohnpolitik die Steigerungen der Nominallöhne realisiert, sagen die Forscher des European Labour Network (ELNEP) in ihrer Frühjahrsprognose.
Der Aufschwung im Euroraum hält an, verliert aber durch die Verlangsamung der Weltkonjunktur etwas an Dynamik. Das erwartet das neu gegründete European Labour Network (ELNEP) in seiner in Brüssel vorgestellten Frühjahrsprognose. Demnach wächst die Wirtschaft im Euroraum in diesem Jahr um 2,2 Prozent. Im Jahr 2008 wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,1 Prozent zunehmen. Die weiterhin positive Entwicklung wirkt auch auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote wird sich bis 2008 im Euroraum auf 7,0% verringern. Das durchschnittliche gesamtstaatliche Haushaltsdefizit wird sich im Prognosezeitraum gegenüber 2006 auf 0.9% des BIP halbieren.
Eine Bedrohung für den Aufschwung sehen die Forscher in den Ungleichgewichten der Leistungsbilanzen zwischen den Ländern des Euroraums. Das ELNEP empfiehlt daher, dass die Löhne im Umfang der nationalen Produktivitätssteigerung zuzüglich 1,9% Inflationsausgleich steigen. Dies würde helfen, eine weitere Zunahme der Ungleichgewichte zu verhindern. Gleichzeitig würden die insgesamt stärkeren Lohnsteigerungen Nachfrage und Produktion erhöhen und somit weitere 200.000 Stellen schaffen. Dies impliziert stärkere Lohnerhöhungen als in den vergangenen Jahren.
Im ELNEP haben sich gewerkschaftsnahe Forschungsinstitute und einzelne Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern zusammengeschlossen, um aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive ein Gegengewicht zum einzelwirtschaftlich orientierten wirtschaftspolitischen Mainstream in Europa zu bilden. Als deutscher Partner hat das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung das Netzwerk mitgegründet.
Die Mitglieder des Netzwerks sind finanziell und inhaltlich unabhängig. Gleichzeitig haben sie institutionelle Verbindungen zu den Arbeitnehmerorganisationen in ihren Ländern. Die breite regionale Streuung gewährleistet ein fundiertes Expertenwissen auf der jeweiligen Länderebene. Zurzeit besteht das ELNEP aus sieben Instituten und einem Hochschulwissenschaftler. Eine fortlaufende Erweiterung des Netzwerks ist vorgesehen.
Die derzeitigen Mitglieder sind:
- AGORA (Stockholm, Schweden)
- Arbeiterkammer Wien (Wien, Österreich)
- Economic Council of the Labour Movement (ECLM, Kopenhagen, Dänemark)
- European Trade Union Institute for Research Education and Health and Safety (ETUI-REHS, Brüssel, Belgien)
- Institut de Recherches Economiques et Sociales (IRES, Paris, Frankreich)
- Labour Institute for Economic Research (LIER, Helsinki, Finnland)
- Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK, Düsseldorf, Deutschland)
- Carlos Rodriguez Gonzalez (Individueller Projektpartner, Universidad del País Vasco, Bilbao, Spanien)
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